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Umbau bei der Commerzbank: kein überzeugender Plan? 

Neue Ausrichtung

Kein Plan, der überzeugt

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Das neue Strategiepaket der Commerzbank enthält richtige Einzelmaßnahmen. Doch es wird das Geldhaus nicht profitabler machen. Der Kommentar.

Um es vorneweg zu sagen: Das ist nicht der große Wurf. Die neueste Strategie der Commerzbank – inzwischen ist man bei Nummer 5.0 angekommen – wird dem Geldhaus nicht auf die Beine helfen und zeugt von wenig Kreativität.

Das teure Filialnetz auszudünnen ist unausweichlich und die Comdirekt in die Commerzbank zu integrieren vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung des Bankgeschäfts überfällig. In die Digitalisierung will die Bank auch deshalb massiv investieren, weil sich nur so Personal abbauen lässt, was auf lange Sicht die Kosten senkt. Dafür braucht es aber erst einmal Geld, das die Commerzbank nicht hat. Deshalb verkauft sie jetzt sogar ihr letztes Tafelsilber: die hochprofitable M-Bank, die das Osteuropageschäft der Commerzbank abwickelt. Am Aktienmarkt würde sie das nötige Geld wohl nicht einsammeln können.

Und schließlich sollen die Kunden zur Kasse gebeten werden. Das wird viele ärgern, vielleicht auch einige vergraulen, ist angesichts des Zinsumfelds aber sicherlich bald Usus in der Branche.

Das alles sind Einzelmaßnahmen, die für sich genommen richtig oder zumindest nachvollziehbar sind. Doch ein tragfähiges Geschäftsmodell, mit der die Bank profitabler wird, sieht anders aus.

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