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HUK Coburg hält Kfz-Werkstätten offen

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Der Versicherer gewährt Partnerwerkstätten Vorschüsse, um deren Liquidität zu sichern. Autos verursachen in der Corona-Krise weniger Unfälle. Das könnte Beiträge senken.

Kfz-Werkstätten dürfen in der Corona-Krise geöffnet bleiben. Bei einem Infektionsfall im Personal sieht das anders aus. Krisenbedingt weniger Reparaturen können zudem Liquiditätsengpässe auslösen und Werkstätten deshalb zum Schließen zwingen. Um das zu verhindern, zahlt Huk als größter Kfz-Versicherer Deutschlands an seine bundesweit 1.600 Partnerwerkstätten einen 50-prozentigen Vorschuss bei Vorliegen eines bloßen Kostenvorschlags. "Damit wollen wir Liquiditätsprobleme bei unseren Werkstätten verhindern", erklärt Huk-Chef Klaus-Jürgen Heitmann die Aktion. Noch hätten alle eigenen Partnerbetriebe geöffnet, betont Kollege Jörg Rheinländer.

Auch falls einzelne von ihnen durch Coronaerkrankungen ausfallen, könne Huk für eigene Versicherte aber flächendeckende Versorgung mit offenen Autowerkstätten garantieren. "Das ist gesichert", verspricht Rheinländer. Wichtig wäre das, weil Bundesbürger ihre privaten Pkw funktionstüchtig halten müssen, um weiter zum Einkaufen oder zur Arbeit fahren zu können. Öffentliche Verkehrsmittel werden derzeit wegen dort größerer Ansteckungsgefahren vielfach gemieden.

Positive Seite der Pandemie und damit verbundenen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit ist es, dass der Verkehr derzeit bundesweit um rund 30 Prozent gesunken ist. Damit werde es auch entsprechend weniger Unfälle geben, schätzen die Huk-Manager. Das könnte in Folge zu weiter sinkenden Kfz-Versicherungsbeiträgen führen. Wirklich klar sei das aber erst am Ende der Krise, sagt Heitmann. Erfahrungsgemäß würden Kfz-Versicherer schnell auf veränderte Marktbedingungen reagieren, ergänzt Rheinländer und macht damit Hoffnung auf coronabedingte Beitragssenkungen. Schon im Vorjahr sind die Beiträge branchenweit allgemein leicht zurückgegangen. Wie andere Versicherer auch erlaubt Huk Kunden derzeit unkompliziert Beitragsstundungen in allen Versicherungssparten bis Jahresende oder einen Wechsel in günstigere Tarife.

Die Coburger sind mit 12,4 Millionen versicherten Autos Deutschlands größter Kfz-Versicherer. Das dürfte auch so bleiben, denn derzeit ist der Markt praktisch eingefroren. Das Neugeschäft liegt mangels verkaufter Neuwagen ebenso brach wie der Abgang von Kfz-Versicherten, weil Autos derzeit kaum noch abgemeldet werden können.

Den Service für Versicherte hält Huk indessen per Telefon und Internet aufrecht. Die Außenstellen aller Kundendienste sind bundesweit geschlossen und über 90 Prozent des 10.500 Beschäftigte umfassenden Personals binnen weniger Wochen ins Homeoffice verfrachtet worden. Das könne einen bleibenden Effekt haben, sagt Personalvorstand Sarah Rössler. Viele Mitarbeiter würden den heimischen Arbeitsplatz als attraktiv betrachten, hat sie aus Rückmeldungen erfahren. Schon vor der Krise hat ein Viertel des Huk-Personals von zu Hause aus gearbeitet. Die Erfahrungen aus der Corona-Krise dürften diese Quote nach oben treiben, schätzt die Personalerin. "Ich glaube, dass etwas bleiben wird", sagt sie. Das könnte auch bei anderen Firmen so sein und die Präsenzkultur in deutschen Firmen damit aufweichen.

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