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Tanken Tankstelle CO2
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25 Euro müssen pro Tonne ausgestoßenem CO2 gezahlt werden - auch im Verkehr und bei Immobilien.

Klimaschutz

Energiekosten steigen: CO2-Bepreisung gilt nun auch für Immobilien und den Verkehr

  • vonHannes Koch
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25 Euro pro Tonne CO2 - damit wird das Leben für Verbraucher:innen teurer. Außerdem steigen 2021 die Energiekosten.

Frankfurt - Sechs Milliarden Euro sind eine Hausnummer. Das ist die ungefähre Summe, die die Privathaushalte und Unternehmen pro Jahr nun zusätzlich für Klimaschutz bezahlen werden. Den Verbraucher:innen und Betrieben diese Mehrbelastung aufzubrummen, war eine politische Entscheidung von Union und SPD. Andere Modelle, bei denen die Bürgerinnen und Bürger die Mehrkosten zurückerhalten hätten, verwarf die Koalition bei den Verhandlungen über das Klimapaket vor einem Jahr. Vorschläge, besonders Leute mit niedrigen Einkommen zu entlasten, wurden ebenfalls ignoriert.

Die jährlich gut sechs Milliarden Zusatzausgaben sind eine Folge des neuen Emissionshandels, der nun startet. Christoph Kühleis, kommissarischer Abteilungsleiter beim Umweltbundesamt, und sein Team setzen ihn in die Praxis um. Anfangs „wird jede Tonne Kohlendioxid (CO2) aus Automotoren und Gebäudeheizungen 25 Euro kosten“, so Kühleis. Zu diesem Preis müssen Mineralölkonzerne und Energiehändler Verschmutzungszertifikate kaufen, deren Kosten sie an die Kundschaft weiterreichen. An den Tankstellen macht das knapp sieben Cent pro Liter Benzin und acht Cent bei Diesel. Bei Heizöl und Gas ist es ähnlich. Sinn der Prozedur: Fossile Energie zu verbrauchen soll teurer werden, der Ausstoß des klimaschädlichen CO2 sinken.

Kosten für CO2: Koalition senkt gleichzeitig Umlage zur Finanzierung von Ökoenergien

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat in seiner Finanzplanung Einnahmen von 7,4 Milliarden Euro für 2021 aus dem Brennstoffemissionshandelsgesetz stehen. Doch die Summen gehen nicht komplett zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher. Denn gleichzeitig beschloss die Koalition, die Umlage zur Finanzierung der Ökoenergien zu senken, die die Stromkund:innen bezahlen. Leute, die längere Wege zur Arbeit zurücklegen müssen, erhalten außerdem eine höhere steuerliche Entfernungspauschale. Und für Menschen mit niedrigen Einkommen gibt es eine neue Mobilitätsprämie. Die drei Punkte sollen die Kostensteigerung infolge des Emissionshandels dämpfen.

Konkret dürften die Kosten der Ökostromumlage 2021 um eine Milliarde Euro sinken. Hinzu kommen die Verbesserungen durch Entfernungspauschale und Mobilitätsprämie. Unter dem Strich bleibt damit noch eine Zusatzbelastung von gut sechs Milliarden Euro jährlich.

Höhere Energiekosten 2021 auch Corona zu verdanken

„Durch den neuen Emissionshandel und die damit verbundenen Entlastungen wird das System insgesamt für die Privathaushalte teurer“, sagte Fabian Hein von der Organisation Agora Energiewende. „Deren Energiekosten steigen in Summe ab 2021.“ Dass die Steigerung so deutlich ausfällt, hat auch mit zwei Entwicklungen zu tun, die lästigerweise dazwischengekommen sind. Sonst würde die Bilanz besser ausfallen.

Erstens sank auf dem Weltmarkt der Gaspreis, wodurch Strom an der Börse billiger wurde. Damit wurde die Lücke zwischen niedrigem Börsenstrompreis und höheren Produktionskosten von Ökostrom größer. Diese deckt die Ökostromumlage, die dadurch wiederum steigt. Ähnlich wirkte die Corona-Krise. Wegen geringerer Nachfrage sank der Börsenstrompreis weiter, und die Ökoumlage bewegte sich in die entgegengesetzte Richtung.

Kosten für CO2 und höhere Energiekosten: Belastung ist unterschiedlich hoch

Eigentlich hätte die Umlage deshalb in diesem Jahr 9,7 Cent pro Kilowattstunde Strom betragen müssen – im Vergleich zu 6,8 Cent 2020. Diese deutliche Erhöhung wollte die Bundesregierung den Stromkund:innen aber nicht zumuten. Sie stellte elf Milliarden Euro zur Verfügung, um den Anstieg der Umlage zu neutralisieren. Nun liegt sie bei 6,5 Cent.

Das ist die gesamtgesellschaftliche Betrachtung. Für einzelne Privathaushalte und Firmen kann die Bilanz besser aussehen, zum Beispiel wegen der höheren Entfernungspauschale oder weil man ein E-Auto fährt. Nutzt man den öffentlichen Verkehr, kann man die Pendlerpauschale trotzdem in Anspruch nehmen und bekommt mehr raus als man zahlt. (Hannes Koch)

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