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Blockupy-Aktivisten demonstrieren während der Hauptversammlung der Deutschen Bank in der Festhalle.
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Blockupy-Aktivisten demonstrieren während der Hauptversammlung der Deutschen Bank in der Festhalle.

Deutsche Bank

Clownfische gegen Kohle

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Die Umweltorganisation WWF und das Kampagnen-Netzwerk Campact fordern von der Deutschen Bank ein klares Nein zum Hafenprojekt am Great Barrier Reef in Australien. Doch nicht nur Umweltschützer warnen vor den Folgen der Verklappung, sondern auch Tourismusverbände und Wissenschaftler.

Australien hat beste Voraussetzungen für Öko-Energien – viel Sonne, eine lange Küstenlinie mit viel Wind. Doch die im vorigen Herbst ins Amt gekommene konservative Regierung von Tony Abbott hat den grünen Kurs der Vorgängerregierung gekippt – und setzt wieder voll auf Kohle. Das Land, das über rund zehn Prozent der weltweiten Kohlereserven verfügt, will die Infrastruktur für den Abbau und den Export des „schwarzen Goldes“, das hier meist in gigantischen Tagebauen gefördert wird, weiter ausbauen. Ein Opfer dieser Strategie könnte das größte Korallenriff der Erde werden: das Great Barrier Reef, das von der Unesco zum Weltnaturerbe gezählt wird.

Die Gefahr rührt vom geplanten Ausbau eines Kohlehafens in Abbot Point her, der an der Nordost-Küste Australiens unweit des Korallenriffs liegt. In der Region soll der Kohleabbau besonders für den Export ausgeweitet werden, im nahen Galilee Basin befinden sich gewaltige Reserven. Der indische Adani-Konzern will dafür das von ihm 2013 vom Bundesstaat Queensland gepachtete Kohleterminal „T0“ zusammen mit zwei Partnern radikal vergrößern. Statt 50 Millionen Tonnen sollen jährlich 120 Millionen Tonnen verschifft werden können. Beim Ausbau fallen rund 100 Millionen Kubikmeter Erdaushub und Schlamm an, die im Gebiet des Riffs verklappt werden sollen. Die Erlaubnis dafür wurde jüngst von der Regierung von Queensland erteilt.

Umweltorganisationen wie der WWF und das Kampagnen-Netzwerk Campact fahren derzeit eine Kampagne gegen die Deutsche Bank wegen ihrer Beteiligung an der Finanzierung von Adani. Am Donnerstag protestierten als Clownfische und Taucher verkleidete Aktivisten vor der Frankfurter Festhalle, in der die Hauptversammlung stattfand. Übergeben wurden rund 200.000 Unterschriften gegen das Projekt.

Doch nicht nur Umweltschützer warnen vor den Folgen der Verklappung, sondern auch Tourismusverbände und Wissenschaftler. Mehr als 200 Forscher aus aller Welt appellierten unlängst in einem offenen Brief an Australien, vor verheerenden Umweltfolgen etwa durch verschlechterte Wasserqualität. Das Great Barrier Reef gilt bereits durch die industrielle Entwicklung der Küstenregion, Meeresversauerung und Korallenbleiche durch wärmeres Meerwasser als stark bedroht. Die Verklappung könnte es weiter dramatisch schädigen. Auch die Unesco sieht die australischen Pläne kritisch. Sie hat bereits gedroht, das Riff auf die Rote Liste gefährdeter Welterbe-Stätten zu setzen.

Mit Verweis auf die Unesco versucht derweil Co-Bankchef Jürgen Fitschen die Verantwortung von sich wegzuschieben. Er sagte am Donnerstagt in Frankfurt: „Die Bank unterstützt das Projekt nicht, wenn es keine Einigung zwischen der Unesco und der Regierung gibt. Derzeit gibt es keinen Konsens. Daher wird es von der Deutschen Bank keine Finanzierung geben.“ Man nehme „die Diskussion um das Great Barrier Reef sehr ernst“.

Der WWF indes fordert die Bank auf, sich nicht hinter der Unesco zu verstecken, die das Thema erst bei einer Konferenz 2015 wieder aufrufen wird. „Die Bank-Chefs Fitschen und Jain dürfen sich nicht wegducken“, sagte ein WWF-Sprecher der FR. „Sie müssen eindeutig erklären, dass sie mit dem Projekt keine Kasse machen werden.“

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