Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Eine Offshore Ölplattform der norwegischen Firma Fred Olsen Energy in Nigeria.
+
Eine Offshore Ölplattform der norwegischen Firma Fred Olsen Energy in Nigeria.

Rohstoffe

China jagt nach afrikanischem Öl

  • Oliver Ristau
    VonOliver Ristau
    schließen

China möchte ein Sechstel der Ölreserven Nigerias kaufen - und macht damit westlichen Firmen Konkurrenz. Als Argumentationshilfe sind 30 bis 50 Milliarden Dollar im Gespräch. Von Oliver Ristau

China sucht mit Macht nach neuen Ölquellen. Der Staatskonzern China National Offshore Oil Corporation (CNOOC) will sich mit Milliarden in die größte Ölförderung in Afrika einkaufen. Nach einem Bericht der Financial Times bietet CNOOC für 23 Felder in Nigeria, die derzeit noch von westlichen Firmen wie Total, Shell, Chevron und ExxonMobil ausgebeutet werden, zwischen 30 und 50 Milliarden Dollar.

Der Großteil der Lizenzen zur Nutzung der Felder läuft in Kürze aus. Sie bergen noch rund sechs Milliarden Barrel Öl (je 159 Liter), ein Sechstel aller in Nigeria nachgewiesenen Ölreserven.

China könnte damit seine eigenen Ölreserven um 40 Prozent ausbauen. Erhielte das Land den Zuschlag, müssten westliche Firmen einen herben Einnahmeausfall verkraften.

Nigeria ist einer der elf größten Ölförderländer der Welt mit einem Marktanteil von rund drei Prozent. Der Rohstoff fließt vor allem in die USA.

Die Chancen stehen für die asiatische Volksrepublik nicht schlecht. Das Land ist bereits seit Jahren auf dem Kontinent präsent und investiert mehr als alle anderen in Afrika. Dank der Milliarden aus dem Riesenreich ist OPEC-Mitglied Angola 2008 zum zweitgrößten afrikanischen Förderland aufgestiegen und hat Libyen und Algerien erstmals überholt.

"Das Regime spielt für China keine Rolle", sagt Ölexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Fragen etwa nach Menschenrechten in Nigeria, die zumindest in den Herkunftsländern der westlichen Ölfirmen gestellt werden, sind für die chinesische Führung kaum von Belang. Das erleichtert die Verhandlungen. Es zählt allein der Zugriff auf neues Öl.

China ist auf fremde Quellen angewiesen. "Das Land muss die Hälfte seiner Ölnachfrage über den Import decken. Die eigenen Vorkommen im chinesischen Meer sind zu klein", meint Weinberg. Die Abhängigkeit von auswärtigem Öl wird weiter wachsen. "China ist das einzige Land unter den Großverbrauchern, dessen Ölbedarf auch 2009 zugelegt hat."

Im August stieg die heimische Nachfrage um rund drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die trotz weltweiter Krise boomende Wirtschaft braucht den Rohstoff dringend.

Deshalb versuchten "chinesische Energiefirmen in jüngster Zeit verstärkt, sich im Ausland einzukaufen", sagt Weinberg. Erst vor wenigen Wochen schloss China in Venezuela ein 16 Milliarden Dollar schweres Abkommen zur Erschließung neuer Ölfelder am Orinoco.

Westliche Firmen haben dagegen erhebliche Probleme, neue Ölreserven zu finden. Denn in den großen Fördergebieten der arabischen Welt dominieren Staatskonzerne, die nur vereinzelte Lizenzen an Ausländer vergeben.

Eine Ausnahme bildet der Irak. Zudem wird auch Russland zunehmend im Ausland aktiv und damit neben China zum weiteren Wettbewerber um die begehrten Ressourcen. Russische Firmen haben sich ebenfalls vor kurzem in Venezuela und Nigeria eingekauft.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare