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Chefinnen bleiben die Ausnahme

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Von: Stefan Sauer

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Vorstandsfrau im Dax-Konzern: Margret Suckale von BASF ist eine der dienstältesten deutschen Top-Managerinnen.
Vorstandsfrau im Dax-Konzern: Margret Suckale von BASF ist eine der dienstältesten deutschen Top-Managerinnen. © imago

Frauen sind in den Chefetagen deutscher Unternehmen noch immer unterrepräsentiert.

In der deutschen Wirtschaft sind Frauen in Führungspositionen noch immer die Ausnahme. Gerade große, börsennotierte Unternehmen werden meist von Männern geleitet. Die Unternehmensberatung E&Y hat jetzt die Chefetagen der heimischen Firmen die Lupe genommen.

Klein, aber oho Kleinere Mittelständler liegen der E&Y-Umfrage unter 3000 deutschen Unternehmen zufolge frauenpolitisch ganz klar vorn: In Firmen mit einem Jahresumsatz bis 30 Millionen Euro sind im Durchschnitt 20 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt. Größere Mittelstandsbetriebe, die im Jahr mehr als 100 Millionen Euro umsetzen, fallen mit 14 Prozent Chefinnenanteil bereits deutlich zurück. Insgesamt liegt der Frauenanteil im Mittelstand bei 18 Prozent. Vor zwei Jahren lag der Anteil erst bei 16 Prozent. Zwei Drittel aller Mittelständler verfügen mittlerweile zumindest über eine Frau in leitender Funktion. Damit liegen sie im Vergleich zu großen Aktiengesellschaften ziemlich gut.

Männerdomänen Die an der Börse notierten Unternehmen befinden sich mehrheitlich noch in der gleichstellungspolitischen Steinzeit. Ganz düster sieht es im Tech Dax mit den 30 größten Technologiekonzernen sowie im M Dax aus, der die 50 größten Unternehmen unterhalb des Leitindex Dax listet: Nur vier Prozent der Leitungspositionen sind mit Frauen besetzt. Mit einem Anteil von sechs Prozent sieht es im S Dax nur unwesentlich besser aus. Überraschend ist, dass selbst die großen, international aufgestellten 30 Schwergewichte im Dax den Mittelständlern hinterherhinken: Frauen bekleiden dort nur elf Prozent der Vorstandsposten, 43 Prozent der Konzerne werden von ausschließlich männlichen Vorständen geführt.

Der Osten liegt vorn Unter den Mittelständlern finden sich die fortschrittlichsten Unternehmen in Sachen Gleichstellung in drei ostdeutschen Ländern: In Brandenburg gaben die befragten Mittelständler an, 25 Prozent der Leitungspositionen seien mit Frauen besetzt, in Mecklenburg-Vorpommern sind es 22, in Sachsen 21 Prozent. Der Ländervergleich birgt zudem manch faustdicke Überraschung: Die mittelständischen Unternehmen im vermeintlich konservativen Bayern verfügen über einen Frauenanteil von 20 Prozent auf der Führungsebene, während Firmen in der Hansestadt Bremen mit zwölf Prozent das Schlusslicht bilden. Unterdurchschnittlich schneiden auch die traditionellen Gewerbe-und Industriestandorte Baden-Württemberg (17 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (16 Prozent) ab.

Branchenvergleich Die meisten Frauen in leitender Funktion finden sich in Mittelstandsunternehmen des Finanz- und Dienstleistungssektors, wo der Anteil 26 Prozent beträgt, gefolgt von Transport-und Verkehrsbetrieben mit 23 Prozent und der Ernährungsbranche sowie der chemisch-pharmazeutischen Industrie mit je 22 Prozent. Ganz hinten liegen Baugewerbe und Maschinenbau mit jeweils 14 Prozent.

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