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Tabakwerbung

Chance zum Nachdenken

  • VonStefan Sauer
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Die Grünen haben einen Gesetzentwurf eingebracht, um Tabakwerbung zu verbieten. Er wird keine Mehrheit finden, aber hoffentlich zum Nachdenken anregen. Ein Kommentar.

Natürlich werden die Grünen im Bundestag keine Mehrheit für ihren Gesetzentwurf finden, der ein komplettes Werbeverbot für Tabak vorsieht. Der parlamentarischen Machtmechanik ist es zu eigen, dass die Regierungsparteien Oppositionsvorschläge abschmettern und zwar unabhängig davon, ob diese sinnvoll sind oder nicht.

Im Fall des Werbeverbots für Zigaretten, Zigarren und Pfeifentabak ist der Sinn leicht erkennbar: Tabak enthält Schadstoffe, die nachweisbar das Risiko für Krankheiten erhöhen. Werbung für Gift? Muss nicht sein.

Zugleich wirft der Vorstoß der Grünen ein Licht auf den inkonsequenten Umgang der Bundesregierung mit verbreiteten Genuss- und Suchtmitteln. Für die Volksdroge Alkohol etwa darf nicht nur auf Plakaten und in Kinos geworben werden, sondern auch im Radio und TV, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Dabei sind 1,7 Millionen Menschen in Deutschland alkoholabhängig, weitere acht Millionen konsumieren nach Angaben der Hauptstelle für Suchtgefahren „riskante“ Mengen.

Umgekehrt ist für Cannabis-Produkte nicht nur Werbung untersagt. Auch ihr Besitz ist verboten, obwohl Kiffen weder gravierendere gesundheitliche Schäden verursacht noch größeres Suchtpotenzial aufweist als Alkohol oder Tabak. Daher sollten Union und SPD den Entwurf der Grünen zumindest als Chance begreifen, über das Verhältnis des Staates zu legalen und illegalen Drogen neu nachzudenken.

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