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Manfred Schmider ist nach eigenen Angaben arbeitslos und lebt auf Mallorca.

FlowTex-Skandal

Chagall-Gemälde versteckt: Schmider legt Geständnis ab

Der FlowTex-Skandal mit einem Schaden von rund zwei Milliarden Euro steht für einen der größten Fälle von Wirtschaftskriminalität in Deutschland. Jetzt könnte der Prozess um Ex-Chef Manfred Schmider in die letzte Runde gehen.

Dem früheren Chef der Skandalfirma FlowTex, Manfred Schmider, bleibt ein erneuter Gang ins Gefängnis aller Voraussicht nach erspart. Schmider legte am Montag vor dem Landgericht Mannheim ein Geständnis ab, wo er wegen des Verdachts des Bankrotts angeklagt ist. Der 63-Jährige gab zu, dass er in den Jahren 2005 und 2006 vier wertvolle Gemälde und ein Auto in die Schweiz zu seiner damaligen Frau schaffen ließ. Damit hatte er dieses Vermögen dem Zugriff der FlowTex-Gläubiger entzogen und so gegen das Gesetz verstoßen. Das Gericht hatte ihm zuvor im Falle eines Geständnisses Bewährungsstrafe in Aussicht gestellt.

"Großer Fehler"

Schmider gestand ein, einen großen Fehler gemacht zu haben. „Im Grunde ging es mir darum, ihr eine Freude zu machen“, sagte Schmider mit Blick auf seine Frau, von der er seit 2006 geschieden ist.

Die Kammer für Wirtschaftsstrafsachen hatte zuvor angekündigt, im Gegenzug für ein umfassendes Geständnis könne Schmider mit einer zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe zwischen einem Jahr und neun Monaten und zwei Jahren rechnen. Am 23. Januar soll das Urteil voraussichtlich verkündet werden.

Schaden von mehr als zwei Milliarden Euro

Der Name FlowTex steht für einen der größten Fälle von Wirtschaftskriminalität in Deutschland. Die Firma hatte durch Scheingeschäfte mit Horizontalbohrsystemen einen Schaden von mehr als zwei Milliarden Euro verursacht. 2000 flog der Betrug auf. Schmider wurde 2003 zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt, 2007 kam er vorzeitig frei, die restliche Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Aus dem Gefängnis heraus hatte Schmider nach seinen eigenen Aussagen dafür gesorgt, dass vier Gemälde von Marc Chagall und ein Geländewagen von Speyer und Karlsruhe aus in die Schweiz zu seiner Frau gebracht wurden. Über einen Mitgefangenen engagierte Schmider Männer, die den Transport übernahmen. Schmider habe dabei „aus Gewinnsucht“ gehandelt, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Grossmann.

Später konnten die Behörden die Wertgegenstände sicherstellen. Die neuerlichen Ermittlungen gegen Schmider waren in Gang gekommen, weil der Mitgefangene sich den Behörden offenbart hatte. Auch Schmiders Ex-Frau stand wegen der Sache bereits vor Gericht, sie kam mit einer Geldbuße davon.

Arbeitslos auf Mallorca

Die Anklage beziffert den Wert der vier Chagall-Bilder auf 2,1 Millionen Euro, Schmider bezweifelt diese Summe allerdings. Er habe 1997 mehr als 20 Chagall-Gemälde gekauft für eine Summe von neun Millionen Schweizer Franken (7,3 Mio Euro). Dass das Geld zumindest zum Teil aus FlowTex-Geschäften stammte, räumte er ein.

Bereits 2009 hat das Landgericht das neuerliche Hauptverfahren gegen Schmider eröffnet, erst jetzt kommt es zur Verhandlung. Das Gericht begründet das mit der Überlastung der zuständigen Kammer und anderen, dringlicheren Verfahren. Oberstaatsanwalt Grossmann wollte auf Nachfrage nicht darüber spekulieren, ob ein schnelleres Verfahren dazu hätte führen können, dass Schmider seine verbliebene Reststrafe aus dem FlowTex-Schwindel noch hätte absitzen müssen. Schmider war 2007 nur auf Bewährung vorzeitig frei gekommen, im Jahr 2010 wurde ihm seine Reststrafe für den FlowTex-Betrug erlassen.

Schmider lebt heute auf Mallorca. Nach eigenen Angaben ist er arbeitslos. Über die Höhe seiner Schulden habe er keinen Überblick, sagte er. (dpa)

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