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Burger King

Burger King verklagt Gewerkschaft

  • VonStefan Sauer
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Die Schnellrestaurant-Kette Burger King verklagt die Gewerkschaft NGG wegen einer „massiven Verleumdungskampagne“. Die Gewerkschaft freut sich bereits auf „einigen Unterhaltungswert“.

Ganze 15 Verfahren hat die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) während der vergangenen Monate gegen die Burger King GmbH in die Wege geleitet, weil die Gewerkschaft zentrale Arbeitnehmerrechte in den Restaurants verletzt sieht. Nun schlägt das Imperium zurück und verklagt die NGG auf Schadenersatz. Begründung: Funktionäre der NGG führten „willkürlich“ eine „massive Verleumdungskampagne“, durch die der Burger King GmbH „erheblicher Reputationsschaden“ entstanden sei.

Zwar liegt Klage der NGG noch nicht vor, den Kern der Vorwürfe veröffentlichte das Unternehmen aber bereits in einer Pressemitteilung: Gewerkschaftsfunktionäre verbreiteten „unwahre Tatsachenbehauptungen“, Gewerkschaftsfunktionäre deckten „ins Auge springende Missbrauchshandlungen von Betriebsräten“, Gewerkschaftsfunktionäre verletzten den „sozialen Achtungsanspruch des Geschäftsführers Yildiz“. Die Formulierungen stammen vom Hamburger Arbeitsrechtler Helmut Naujoks, der die Yi-Ko vertritt und einen Ratgeber mit dem aufschlussreichen Titel „Kündigung der Unkündbaren“ schrieb.

Tatsache ist, dass die Yi-Ko Holding GmbH der Inhaber Ergün Yildiz und Alexander Kobolow Anfang Mai die bis dahin der US-Muttergesellschaft angehörende Burger King GmbH mit bundesweit 91 Restaurants übernommen hatten. Yildiz kündigte daraufhin sämtliche Betriebsvereinbarungen, ebenso einigen Betriebsräten und gewerkschaftsnahen Mitarbeitern. Mal wurden die Entlassungen mit sieben angeblich gestohlenen Ketchup-Tütchen begründet, mal mit vermeintlich erschlichenen Krankschreibungen, mal mit dem Vorwurf unrechtmäßiger Betriebsratstätigkeit. All diese Vorgänge beschäftigen Arbeitsgerichte im Süden und Westen der Republik.

Gespannt aufr die Klage

Befriedigend haben sich die Dinge aus Sicht der Yi-Ko seitdem nicht entwickelt: Sie zahlt nun doch Tariflöhne. Die Umziehzeiten der Mitarbeiter zählen Wieder zur Arbeitszeit und werden vergütet. Dem Betriebsratschef eines Restaurants in der Frankfurter City zahlte der Arbeitgeber nach einem Gütevorschlag des Arbeitsgerichts zwei ausstehende Monatsgehälter nach. Únd auch den Urteilen in Sachen Ketchup-Tütchen und Krankschreibung sieht die NGG sehr zuversichtlich entgegnen.

Das gilt auch für die nun eingereichte Klage: „Wir tun unsere Arbeit als Arbeitsnehmervertreter“, sagt Joachim Langecker von der NGG. Man sei schon „sehr gespannt“ auf Klage, die 100 Seiten bergen vermutlich „einigen Unterhaltungswert“.

Welche Erwartungen die Yi-Ko-Geschäftsführer Yildiz und Anwalt Naujoks mit der Klage verbinden? Anwalt Naujoks betont gegenüber dieser Zeitung, alle Klagepunkte seien durch Zeugenaussagen belegt, der Reputationsverlust für den ehrenwerten Mittelständler Yildiz sei erheblich. Zu beziffern ist er aber offenbar nur schwerlich: Der Schadensbetrag, auf den die NGG verklagt werden soll, liegt bei einem Euro.

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