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Die Bundesregierung ist unzufrieden mit der Deutschen Bahn. Sie will einen schnellen Konzernumbau.

Deutsche Bahn

Bundesregierung fordert schnelle Reformen bei der Bahn

Die Bundesregierung ist unzufrieden mit der Leistung der Bahn. Sie fordert einen raschen Konzernumbau. Gleichzeitig wird bekannt, dass die Bahn über 500 Millionen Euro für externe Berater gezahlt haben soll.

Die Bundesregierung bemängelt die Leistung der Deutschen Bahn und fordert eine grundlegende Reform. Das Unternehmen soll zudem externen Beratern von 2015 bis 2018 über 500 Millionen Euro gezahlt haben.

„Wir sind besorgt darüber, wie der DB-Vorstand das System Bahn fährt. Mit der Leistung kann man nicht zufrieden sein“, sagte der Beauftragte der Bundesregierung für den Schienenverkehr und Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), zur „Welt am Sonntag“.

Bei der Bahn sei eine Neustrukturierung nötig. „Wir erwarten, dass der Vorstand der Bundesregierung bis März ein entsprechendes Konzept vorlegt“, sagte Ferlemann. „Erste Ergebnisse wollen wir bei einem Termin im Januar hören.“ 

Nach Angaben des Blattes geht es vor allem darum, die Führungsstrukturen zu straffen und unter anderem die Geschäftsfelder DB Fernverkehr und DB Regio neu zu ordnen oder zu verschmelzen. Ferlemann macht auch Führungsfehler für die häufig schlechte Leistung der Bahn verantwortlich.

Bahn-Chef Richard Lutz zieht die Notbremse

Nach einem Bericht der „Bild am Sonntag soll die Deutsche Bahn von 2015 bis 2018 über eine halbe Milliarde Euro für externe Berater ausgegeben haben. 2015 habe das Unternehmen rund 80 Millionen Euro an externe Berater gezahlt, 2016 rund 120 Millionen Euro und 2017 sogar 160 Millionen Euro, berichtete die „BamS“. Nach Informationen der Zeitung dürften es in diesem Jahr über 150 Millionen Euro werden.

Bahn-Chef Richard Lutz habe deshalb die Notbremse gezogen. Der Konzernvorstand habe für das kommende Jahr eine starke Reduzierung von Beratungskosten beschlossen, „die einen Budgetdeckel von 100 Millionen Euro“ vorsehe, zitierte die „BamS“ einen Konzernsprecher.

Torsten Herbst, FDP-Obmann im Verkehrsausschuss, kritisierte laut „BamS“, dass sich „das Strategiedefizit im DB-Konzern“ nicht durch den Einkauf teurer Berater lösen lasse. Weder Vorstand noch Aufsichtsrat hätten "eine klare Vorstellung davon, was der Konzern zukünftig leisten soll und was nicht". Angesichts der hohen Verschuldung des Unternehmens handele es sich um "Führungsschwäche". Diese könnten "auch externe Berater nicht beheben".

Erst am Samstag war in der Schweiz Kritik an der Deutschen Bahn laut geworden. Qualitätsmängel und zu wenig Investitionen bei der Deutschen Bahn AG führten zu Problemen auf einer der wichtigsten europäischen Routen, sagte der Chef des eidgenössischen Bundesamts für Verkehr (BAV), Peter Füglistaler.

Zuvor schon hatte der Bundesrechnungshof kritisiert, dass beim Erhalt der Infrastruktur vieles falsch laufe und der Investitionsstau zunehme - trotz steigender Bundesmittel. Ein Sprecher der Bahn hatte diese Kritik der Rechnungsprüfer zurückgewiesen. (dpa/afp)

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