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Bundesbank sieht sich krisenfest

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Von: Jan Christoph Freybott

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Mit Stromaggregaten und großen Barreserven sieht sich die Bundesbank für Krisen gewappnet. Einen möglichen Schwachpunkt gibt es trotzdem.

Die Deutschen muss man vom Nutzen des Bargelds nicht überzeugen: Auch im vergangenen Jahr blieb es hierzulande das am häufigsten verwendete Zahlungsmittel. In Zeiten der Energiekrise könnte die Nachfrage nach Bargeld aber besonders steigen. Denn wo Blackouts drohen, steht auch die Versorgung mit Münzen und Scheinen infrage.

Vor diesem Hintergrund hat die Bundesbank am Dienstag ein Lagebild geliefert - und Entwarnung gegeben. „Die Bundesbank ist stets auszahlungsfähig“, sagte Vorstandsmitglied Johannes Beermann. Das gelte auch in Zeiten, in denen Energie knapp ist. „Bei uns lagert so viel Geld, so viel braucht kein Mensch, und wir sind auch bereit das zu verteilen“, sagte Beermann. Als mögliche Strapazen für den Geldkreislauf gelten zwei Faktoren: Zum einen, dass ein möglicher Blackout Banken und ihre Automaten lahmlegt. Zum anderen, dass Bürger:innen zum Automaten rennen, um ihre Konten zu räumen - und nicht mehr genug frisches Bargeld nachkommt.

Bundesbank: Deutsche besonders sicherheitsaffin

„In jeder unserer 31 Filialen ist mindestens fünf mal so viel Bargeld vorrätig, wie sie im Schnitt pro Tag herausgibt“, so Beermann. Es gebe aber auch Standpunkte mit deutliche größeren Reserven. „Weil wir in Deutschland ja besonders sicherheitsaffin sind“, so Beermann. Auch in der Finanzkrise oder der Pandemie sei die Nachfrage nach Bargeld gestiegen, ohne dass es Probleme gegeben hätte.

Von den Filialen der Bundesbank kommt das Geld im Normalfall über Geschäftsbanken zu den Verbraucher:innen. Sie geben es im Supermarkt oder der Tankstelle aus, von wo die Noten und Münzen wieder zur Bundesbank gelangen. Mehr als elf Milliarden Banknoten bearbeitet die Bundesbank so pro Jahr.

Bundesbank: Kein Einfluss auf Geldautomaten

„Mit Energiemangellagen müssen wir seit Jahrzehnten immer wieder rechnen“, so Beermann. Deshalb sei die Bundesbank darauf gut vorbereitet. Stromaggregate gewährleisten demnach in jeder Filiale einen Notbetrieb für mindestens 72 Stunden. Dass die Filialen der Bundesbank zur kritischen Infrastruktur gehören, hat die Bundesnetzagentur bestätigt, wie Beermann sagte. Ein möglicher wunder Punkt im Geldkreislauf ist die Kreditwirtschaft, die zwischen Bundesbank und Bürger:innen geschaltet ist. Die Bundesbank stehe in Austausch mit den Geschäftsbanken, aber ob und in welchem Umfang die einzelnen Institute Stromaggregate vorhielten, wisse er nicht.

Dass Bargeld in Krisenzeiten attraktiver wird, ist nichts neues. So fragten die Bürger:innen des Euroraums auch im ersten Corona-Lockdown pro Kopf 550 Euro mehr Bargeld nach als im Frühjahr des Vorjahres, wie die Europäische Zentralbank mitteilte. Und das obwohl Bargeldzahlungen wegen der Kontaktbeschränkungen deutlich zurückgingen.

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