Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Fischerei-Streit

Brexit-Streit: „Einfach nur dumm“ – London stellt Paris ein Ultimatum

  • Anna Charlotte Groos
    VonAnna Charlotte Groos
    schließen

Großbritannien und Frankreich kommen bezüglich des Fischereistreits zu keiner Einigung. Jetzt kündigt London Gegenmaßnahmen an, sollte Paris seine Drohungen nicht zurückziehen.

London – Der Streit um die Fischereirechte zwischen Großbritannien und Frankreich spitzt sich weiter zu. Am Montag (01.11.2021) drohte die britische Handelsministerin Liz Truss mit „Vergeltungsmaßnahmen“, sollte Paris die für Dienstag (02.11.2021) angekündigte Verschärfung der Warenkontrollen und das Anlegerverbot für britische Schiffe umsetzen. Dies berichtete die Agence France-Presse am Montag.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist Großbritanniens Ausstieg aus der EU. Dieser betrifft auch die Fischereirechte in britischen Hoheitsgewässern. Frankreich wirft Großbritannien vor, dass französische Schiffe bei der Erlaubnis zum Fang in britischen Gewässern benachteiligt würden und nicht genug Fanggenehmigungen erhalten würden.

Brexit-Handelsabkommen: Streit um Fischereirechte zwischen Frankreich und Großbritannien

Das Brexit-Handelsabkommen mit der EU besagt, dass Fischer:innen ein Anrecht auf eine Lizenz haben, wenn sie die fraglichen Gewässer nachweislich bereits vor dem Brexit befischt haben. Laut britischer Angaben hätten die betroffenen französischen Boote die notwendigen Dokumente jedoch nicht nachweisen können, so die Deutsche Presse-Agentur. Es soll sich um einige Dutzend Boote handeln.

Auch ein persönliches Gespräch zwischen dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Großbritanniens Premier Boris Johnson hatte am Wochenende auf dem G20-Gipfel in Rom zu keiner Einigung geführt. Frankreich will deshalb als Konsequenz ab Dienstag alle Waren aus Großbritannien kontrollieren und seine Häfen für britische Fischer:innen sperren. Auch Lastwagen sollen stärker überwacht werden. Ein britisches Fischereischiff wurde bereits im Zuge des Brexit-Streits von den französischen Behörden in Beschlag genommen.

Der britische Premierminister Boris Johnson und der französische Präsident Emmanuel Macron, hier auf dem G20-Gipfel in Rom, kommen im Fischereistreit zu keiner Lösung.

Frankreich droht Großbritannien mit Anlegeverbot – „Das grenzt daran, einfach nur dumm zu sein“

London weist die Anschuldigungen zurück und kündigt Gegenmaßnahmen an, sollte Frankreich nicht zurückrudern. „Wir werden die Mechanismen unseres Handelsabkommens mit der EU nutzen und tätig werden“, sagte Handelsministerin Truss dem Sender Sky News. Paris agiere „unfair“ und solle diese „unvernünftigen“ Drohungen zurücknehmen. Dabei stellte sie auch ein Ultimatum. „Dieses Problem muss innerhalb der nächsten 48 Stunden gelöst sein“, sagte sie gegenüber Sky News.

Auch der für Außenbeziehungen zuständige Vertreter der zur britischen Krone gehörenden Kanalinsel Jersey, Ian Gorst, wies die Vorwürfe aus Frankreich am Montag zurück. Bei der Vergabe der Fischereilizenzen „haben wir uns überschlagen und waren so zuvorkommend und vernünftig wie möglich“, sagte er Sky. „Wenn ich dann höre, dass die Franzosen morgen Vergeltungsmaßnahmen ergreifen werden, dann ist das wirklich frustrierend. Das grenzt daran, einfach nur dumm zu sein.“

Streit um Fischereirechte – Johnson und Macron kommen zu keiner Lösung

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vertritt die Ansicht, dass nun Großbritannien am Zug sei und einlenken müsse. „Falls die Briten keine wesentlichen Schritte unternehmen, müssen vom 2. November an Maßnahmen ergriffen werden“, sagte Macron laut der Deutschen Presse-Agentur am Sonntagabend (31.10.2021) am Rande des G20-Gipfels in Rom. Auch Premier Johnson hatte sich am Samstag (30.10.2021) beim G20-Gipfel in Rom geäußert. Die französischen Drohungen seien „völlig ungerechtfertigt“, beschwerte er sich bei bei EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Es ist nicht der einzige Konflikt zwischen Großbritannien und der EU, der die gerade begonnene Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow überschatten könnte. Auch bei den Brexit-Sonderregelungen für Nordirland gibt es noch keine Einigung. (Anna Charlotte Groos mit afp/dpa)

Rubriklistenbild: © Oliver Weiken/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare