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Großbritanniens Premier Johnson auf dem Parteitag der Konservativen.
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Großbritanniens Premier Johnson auf dem Parteitag der Konservativen.

Strom

Boris Johnsons „saubere Energie“ für Großbritannien

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Der britische Premier Boris Johnson will, dass britischer Strom bald CO2-frei ist. Mit seinen Plänen erhöht er auch den Druck auf Deutschland.

Großbritannien soll seine Stromversorgung bereits bis 2035 komplett auf CO2-freie Energien umstellen. Das hat Premierminister Boris Johnson auf dem Parteitag der konservativen Torys in Manchester angekündigt. Ziel sei neben dem Klimaschutz, das Land unabhängiger von Energieimporten zu machen und die Energierechnungen der Bevölkerung zu senken. Sich auf die „eigene saubere Energie“ zu stützen, werde helfen, die Preise niedrig zu halten. Großbritannien setzt bisher stark auf Erdgas. Ein Preisschub in diesem Sektor trifft das Land derzeit stärker als andere Staaten.

Die britische Regierung will sich vor der UN-Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow Anfang November als Vorreiterin präsentieren. Großbritannien will seinen gesamten CO2-Ausstoß bis 2030 um 68 Prozent verglichen mit dem Basisjahr 1990 senken. Das ist ein ambitioniertes Ziel. Die bisher geplanten Maßnahmen reichen jedoch nicht aus, um das zu erreichen.

Ein Zehnpunkteplan der Regierung für eine grüne industrielle Revolution vom November 2020 setzt auf mehr Windkraft, Solarenergie und eine Wasserstoffwirtschaft, aber auch auf neue Atomkraftwerke sowie Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS). Vor allem die Offshore-Windparks sollen ausgebaut werden. Bisher verfügt Großbritannien hier über eine Kapazität von rund zehn Gigawatt, sie soll bis 2030 vervierfacht werden. Damit könnten alle britischen Haushalte mit Ökostrom versorgt werden. Bereits 2024 sollen die letzten Kohlekraftwerke abgeschaltet werden.

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Die deutsche Bundesregierung will die Ökostromgewinnung bis 2030 auf 65 Prozent ausbauen, Kohle soll noch bis 2038 genutzt werden. Die SPD will Deutschland bis 2040 komplett mit erneuerbarem Strom versorgen, die Grünen bis 2035, die FDP lehnt fixe Ausbauziele ab. Berechnungen der NGO Energy Watch Group zufolge wäre eine komplette Ökostromversorgung sogar bis 2030 machbar.

Der Experte Phil MacDonald vom Thinktank Ember kommentierte Johnsons Ankündigung so: „Länder wie Deutschland stehen nun unter starkem Druck, ihre Ambitionen zu erhöhen.“ Großbritannien plane, bis 2035 aus Erdgas auszusteigen, während Deutschland die CO2-reichere Kohle noch bis 2038 nutzen wolle. Die Internationale Energie-Agentur (IEA) hat für die Industrieländer als Ziel ausgegeben, den Stromsektor bis 2030 kohlefrei und bis 2035 völlig emissionsfrei zu machen. Dies wäre laut IEA ein fairer Beitrag zum 1,5-Grad-Limit.

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