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Boni zu Recht gestrichen

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Von: Tim Szent-Ivanyi

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Die Deutsche Bank hat vorsichtshalber Boni in Millionenhöhe für Ex-Manager zurückgehalten, um sie an den Kosten der Finanzaffären zu beteiligen. Nun gibt es Streit.

B ei allen größeren Banken-Skandalen der jüngeren Vergangenheit hat auch die Deutsche Bank eine Rolle gespielt: windige Hypothekengeschäfte in den USA, die Manipulation des Liborsatzes oder des Goldpreises, Embargo-Verstöße, Geldwäsche-Vorwürfe oder der Umsatzsteuerbetrug beim Handel mit CO2-Zertifikaten. Das hat nicht nur dem Ansehen der Bank geschadet, sondern kostet das Geldhaus auch Milliarden.

Die Bank hat reagiert und vorsichtshalber Boni in Millionenhöhe für frühere Top-Manager zurückgehalten, um sie an den Kosten der Finanzaffären zu beteiligen. Das war überfällig, schließlich verlieren auch die kleinen Angestellten Geld oder gar ihren Arbeitsplatz. Die Großen laufen und die Kleinen bluten lassen – das hätte das Image endgültig ruiniert.

Aber es kommt, wie es kommen musste: Die Damen und Herren aus der Führungsetage sind empört. Schuld waren immer nur die anderen. Er habe sich nichts vorzuwerfen, sagt der ehemalige Risikovorstand Hugo Bänziger und kündigt an, nicht auf die einbehaltenen Boni verzichten zu wollen.

Wer so redet, zeigt nur, dass ihm die Gelder zu Recht gestrichen werden sollen. Es steht außer Frage, dass es in der Deutschen Bank ein kollektives Führungsversagen gegeben hat. Ob Bänziger direkt in die Affären verwickelt war oder nicht, ist egal. Wer sich die schlechte Lage der Bank anschaut, muss erkennen, dass der Manager als Risikovorstand versagt hat, so oder so.

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