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Der Hauptsitz der deutschen ING in Frankfurt. Foto: ING
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Der Hauptsitz der deutschen ING in Frankfurt.

Jahreszahlen der früheren ING Diba

Börsenhausse freut ING

  • Nina Luttmer
    vonNina Luttmer
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Die frühere ING Diba weitet ihr Angebot im Wertpapiergeschäft aus. Die Corona-Krise belastet auch das erfolgsverwöhnte Institut.

Die Zahlen der ING (bis 2018: ING Diba) wirken immer wieder erfrischend. Während viele andere hiesige Geldinstitute jedes Jahr aufs Neue schlechte bis maue Zahlen vorlegen und über die großen Probleme im deutschen Bankenmarkt klagen, geht es dem deutschen Ableger der holländischen Bank ziemlich gut. Wobei dabei gleich gesagt werden muss: Ein Vergleich mit vielen anderen Instituten wie Commerzbank, Deutsche Bank oder Sparkassen ist eigentlich unfair. Denn die ING ist eine reine Direktbank, unterhält also keine kostspieligen Filialen.

Das ist ein - wenn auch nicht der einzige - Grund, warum die ING effizienter ist als andere Institute. Die Aufwands-Ertrags-Relation lag im vergangenen Jahr bei knapp 50 Prozent - die Bank muss also 50 Cent aufwenden, um einen Euro zu verdienen. Zum Vergleich: Bei der sanierungsbedürftigen Commerzbank waren das 81,5 Prozent.

Aber auch die ING, die in Deutschland rund 9,5 Millionen Privat- und Firmenkunden hat, bekam die Corona-Krise zu spüren. Nach sieben Rekordjahren in Folge sank der Gewinn deutlich um 23 Prozent auf 692 Millionen Euro. Vor allem eine deutlich höhere Risikovorsorge - für die auch das Kreditengagement beim inzwischen insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard eine Rolle spielte - belastete das Ergebnis.

Dafür stieg das Provisionsergebnis aber um satte 48 Prozent auf einen Rekordwert von 479 Millionen Euro. Grund dafür: Viele Kund:innen nutzten die insgesamt gute Entwicklung an den Börsen und stiegen ins Wertpapiergeschäft ein oder erhöhten ihren Einsatz an den Märkten. So stieg die Anzahl der Wertpapiertransaktionen bei der ING von 11,5 Millionen im Jahr 2019 auf 26,9 Millionen. Die Anzahl der Depots ging um 287 000 auf 1,7 Millionen nach oben. Das Wachstum brachten vor allem junge Menschen unter 30 Jahren, die den Markteinstieg wagten.

Dieser Trend war 2020 zum Beispiel auch in den USA zu sehen: Dort stürmten junge Privatanleger:innen den Markt. In Deutschland, wo die Menschen Aktien eher skeptisch gegenüberstehen, wird ein ähnliches Verhalten beobachtet. Offizielle Zahlen des Deutschen Aktieninstituts gibt es Ende Februar.

Ab April wird die ING ihrer Kundschaft nun rund 800 börsengehandelte Indexfonds (ETF) ohne Kaufgebühren anbieten. Zudem steigt die Bank im zweiten Quartal in die digitale Wertpapierberatung ein, um Menschen ohne Vorkenntnisse beim Markteinstieg zu helfen.

Die Kundschaft erhält entweder nach einer digitalen Abfrage etwa ihrer finanziellen Situation oder ihrer Risikobereitschaft Kaufempfehlungen. Oder sie kann sich von einem zum Beispiel per Video zugeschalteten Coach beraten lassen - wobei es davon erstmal nur insgesamt zehn geben soll. „Die Wertpapierberatung ist grundlegend neu für uns“, sagte Vorstandschef Nick Jue am Freitag.

Seit vergangenem Jahr erhebt die ING Kontoführungsgebühren, für Kund:innen die älter als 28 Jahre sind und weniger als 700 Euro Geldeingang im Monat auf dem Konto haben. Dabei soll es bleiben, eine Ausweitung der Gebühren auf andere Personengruppen sei nicht geplant, so Jue.

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