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Ex-Börsenguru Markus Frick im Gerichtssaal des Frankfurter Landgerichts

Frick-Affäre

Börsenguru muss ins Gefängnis

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Markus Frick hat Kleinanlegern im großen Stil Aktien empfohlen und dafür von Hintermännern Millionen erhalten. Das Landgericht Frankfurt hat den selbst ernannten Börsenexperten wegen vorsätzlicher Marktmanipulation nun zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt.

Vielleicht wäre es gar nicht so weit gekommen, wenn der Mann nicht gut aussehen würde. Menschen mit einem  ansprechendem Äußeren nämlich wirken auf andere vertrauenswürdig. Markus Frick  machte sich diesen Vorteil zunutze. Statt weiter kleine Brötchen zu backen, machte der  gelernte Bäcker seinen Fans im großen Stil Aktien schmackhaft. Und das tat er so erfolgreich, dass er bis vor wenigen Jahren als einer der renommierten Börsenexperten in Deutschland galt.

Wenn Frick eine bestimmte Aktie empfahl, dann folgten  Tausende sofort seinem Rat – mit der Folge, dass der Kurs dieser Papiere häufig allein aufgrund seiner Empfehlung nach oben schoss. Juristisch problematisch wurde das, weil Frick von  seinen Empfehlungen  in erster Linie selbst profitierte.  Denn Frick erhielt für seine Empfehlungen Geld. Viel Geld.

Betrugsvorwurf fallengelassen    

Das Landgericht Frankfurt am Main hat ihn deshalb nun wegen vorsätzlicher Marktmanipulation zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt. Damit ging das Gericht sogar über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus, die zwei Jahre und drei Monate gefordert hatte. Das Gericht sah es als erweisen an, dass der 41-jährige Frick  im Jahr 2012 mit Hilfe gezielter Empfehlungen Aktienkurse nach oben beeinflusst hat. Er hat dafür Geld von Hintermännern erhalten, die ihre Aktien im Gegenzug zu überhöhten Preisen verkaufen konnten.

Den weitergehenden Vorwurf des Betrugs hat die Staatsanwaltschaft indes fallengelassen – wohl auch, weil Frick frühzeitig Reue zeigte. So hatte er im Prozess  gestanden, für die Empfehlung der Aktien von LetsBuyIt, Venatus und Autev satte 1,9 Millionen Euro von seinen Auftraggebern erhalten zu haben. Frick war  vor allem durch die Fernsehsendung „Make Money - Die Markus Frick Show“ auf dem Fernsehsender N24 einem breiten Publikum bekanntgeworden.

Frick empfahl oft Aktien von Unternehmen, um die es tatsächlich schlecht stand, wie zum Beispiel die der US-Firma Russoil. Obwohl damals bereits Zweifel am Überleben des Unternehmens bestanden, trommelte Frick unermüdlich für das Papier und schrieb, er rechne mit einer Kursverdoppelung. Eine selbst erfüllende Prophezeiung, denn die Anleger trieben den Kurs des Papiers steil nach oben.

Geplatzte Blase

Doch dann kam es wie es kommen musste: Die Blase platzte. Die Anleger, die gutgläubig auf Frick gehört und nicht rechtzeitig verkauft hatten, verloren fast ihren gesamten Einsatz.  Frick mimte das Unschuldslamm. Angeblich hätten Leerverkäufer die  Aktie bewusst abstürzen lassen. Beobachter vermuten allerdings eine ganz andere Ursache für den Kurseinbruch: dass nämlich Altaktionäre,  in der Hoffnung sie den Frick-Jüngern anzudrehen, am Ende so viele Aktien auf den Markt warfen, dass der Kurs irgendwann zwangsläufig nach unten abdrehen musste.

Bereits 2011 verurteilte ihn das Berliner Landgericht zu einer Bewährungsstrafe. Frick soll damals Wertpapiere empfohlen haben, die er auch selber über eine Treuhandgesellschaft besaß. Seine Tipps ließen die Kurse der Papiere steigen, die er daraufhin verkauft haben soll, bevor die Kurse wieder abstürzten. Insgesamt sollen Kleinanleger mit den zweifelhaften Frick-Tipps rund 760 Millionen Euro für im Grunde wertlose Aktien verpulvert haben.

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