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„Wir haben es geschafft“: Traton-Chef Andreas Renschler freut sich am Freitag auf dem Parkett der Frankfurter Börse.

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Traton zieht es im Kriechgang aufs Parkett

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Die VW-Tochter Traton brauchte lange an die Börse – und enttäuscht.

Es hat schon Unternehmen gegeben, die mit mehr PS an die Börse gegangen sind. Mit enttäuschenden 27 Euro hat die Aktie der VW-Nutzfahrzeugtochter Traton zu ihrem Debüt auf dem Frankfurter Parkett notiert. Das war exakt der Ausgabekurs, der ohnehin schon am unteren Ende einer anvisierten Preisspanne festgelegt werden musste. 50 Minuten später war das Papier dann sogar nur noch 26,70 Euro wert.

„Wir haben es geschafft“, seufzte Traton-Chef Andreas Renschler zum mühseligen Debüt an den Börsen von Frankfurt und Stockholm. Das Wichtigste sei es, nun börsennotiert zu sein, meinte der Manager, der ursprünglich eine Traton-Bewertung von 24 Milliarden Euro erhofft hatte. Mit dem Abbröckeln der Aktie zum Börsenstart sind es nun gut 13 Milliarden Euro geworden.

Das bedeutet, dass der Mutterkonzern VW für die 11,5 Prozent an Traton, von denen sich die Wolfsburger getrennt haben, nur magere 1,55 Milliarden Euro einstreicht. Traton ist das Dach für den schwedischen Lkw-Hersteller Scania, seine deutsche Schwestermarke MAN und in Brasilien unter der Marke VW gebaute Lkw.

Ein Blick auf das Umfeld zeigt, dass Renschler es fürwahr als Erfolg verbuchen kann, überhaupt den Sprung aufs Parkett geschafft zu haben. Nutzfahrzeugbau sei ein konjunktursensibles Gewerbe erklärt Wirtschaftswissenschaftler Zacharias Sautner von der Frankfurt School of Finance & Management. Global schwächeln Konjunkturen derzeit, auch weil US-Präsident Donald Trump gezielt Handelskonflikte provoziert. Lkw-Hersteller spüren es traditionell als eine der ersten Branchen, wenn Wirtschaftswachstum abflaut. Wenn es sich abzeichnet, dass weniger Waren transportiert werden müssen oder weniger Baustellenfahrzeuge benötigt werden, sinken Lkw-Bestellungen.

„Es sieht substantiell nicht so schlecht aus“, sagte Renschler zum Geschäft mit Blick auf das Auftaktquartal 2019. Die Traton-Umsätze haben da um sechs Prozent auf 6,4 Milliarden Euro zugelegt, die operativen Gewinne sogar um gut ein Fünftel auf rund eine halbe Milliarde Euro. Aber das kann schnell kippen.

Von Anfang an war der Traton-Börsengang einer im Kriechgang. Schon vor Ostern sollte eigentlich ein Viertel der VW-Tochter börsennotiert sein. Doch das Echo großer Investoren, an die sich die Emission wendet, war bescheiden. Sie konnten auch darauf spekulieren, dass VW die Tochter billiger an die Börse bringt. Dieses Kalkül ist für Großanleger preislich aufgegangen. Statt einem Viertel notiert nun aber nur gut ein Zehntel der Traton-Aktien an der Börse. Das ist dennoch hierzulande der bislang größte Börsengang des Jahres.

Ziel: Globaler Champion

VW behält sich vor, bei besseren Kursen noch mehr Traton-Anteile auf den Markt zu werfen. Traton selbst kann derweilen mit größerer Distanz zu Wolfsburg und gestiegenen Freiheitsgraden an der eigenen Strategie arbeiten. „Wir sind am Aufbau eines globalen Champions“, sagte Renschler. Denn global ist die von seiner Münchner Zentrale aus gesteuerte Traton noch nicht wirklich.

In Europa und Brasilien sind die VW-Trucker mit den Hauptmarken MAN und Scania zwar Marktführer, zugleich aber ohne Zugriff auf den weltgrößten Lkw-Markt USA. Eine 17-prozentige Minderheitsbeteiligung am US-Konzern Navistar ist dort alles, was man vorweisen kann. Über die Börse könnte sich Renschler Geld beschaffen, um den US-Lastwagenbauer komplett zu schlucken und auch in Asien zuzukaufen.

Geld braucht Traton mit seinen 81 000 Beschäftigten auch wegen des Technologiewandels. Elektrisch werden bei Traton vor allem Stadtomnibusse und Liefer-Lkw für Innenstädte. Noch größere Bedeutung als beim Pkw schreiben Experten dem autonomen Fahren von Lastern zu.

Was Börsianer und Analysten von Renschler und Traton vor allem auch erwarten, ist das Heben von Sparpotential zwischen den unter ein Dach gebrachten Marken MAN und Scania. „Das volle Potenzial ist nicht ausgeschöpft“, stellt Sautner klar. Frank Schwope kann das nur unterstreichen. Der Analyst der NordLB findet überhaupt, dass Traton viel zu früh an die Börse gegangen ist und deshalb Geld verschenkt hat.

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