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Die Börsen sind in Habacht-Stellung. Ein Grund: die schlechten Nachrichten aus Spanien.

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Börsen in Habacht-Stellung

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Die Börsen sind in Habacht-Stellung. Sie hören die schlechten Nachrichten aus Spanien. Sie hören aus Tokio die beruhigenden Worte der Krisenmanager. Beim Abgleich mit dem, was schon in die Kurse eingearbeitet ist, lässt der Neuigkeitswert nach.

Die Börsen sind in Habacht-Stellung. Sie hören die schlechten Nachrichten aus Spanien. Sie hören aus Tokio die beruhigenden Worte der Krisenmanager. Beim Abgleich mit dem, was schon in die Kurse eingearbeitet ist, lässt der Neuigkeitswert nach.

Dass es Spanien nicht gut geht, ist sattsam bekannt. Immer neue Regionen fragen wegen Überschuldung Hilfe beim Zentralstaat in Madrid an. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Die Regierung ziert sich, das ganze Land unter den Rettungsschirm zu stellen – alles nicht neu. Ist es dann eine Nachricht mit neuer negativer Wirkung, wenn die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit des Landes gleich um zwei Stufen von "BBB+" auf "BBB-" senkt, auf nur noch eine Stufe über dem sogenannten Ramschniveau ?

Und was ist davon zu halten, wenn die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute heute die Wachstumsprognose für Deutschland 2013 halbieren, von 2,0 Prozent auf vermutlich nur noch ein Prozent ?

Wirklich neu ist das alles nicht. Die am Morgen absehbare Kurswirkung ist deshalb auch nicht dramatisch. Der Euro gibt nach, aber nur um gut 0,3 Cent auf 1,2855 Dollar. Der Deutsche Aktienindex wird niedriger erwartet. Im Parketthandel verliert er 0,4 Prozent auf bei 7.178 Punkten.

Freilich bewegen sich auch die positiv gemeinten Nachrichten im absehbaren Bereich – die Äußerungen des Bundesfinanzministers am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds in Tokio etwa. Wolfgang Schäuble sagte dort heute früh, die Reformen in den Euroländern zeigten „klare ökonomische Wirkung" und: „Europa ist dabei, seine Probleme zu lösen." Mag sein. Aber natürlich wissen die Märkte mit ihrem Elefantengedächtnis, dass diese Worte derselbe Schäuble sagt, der Wetten eingegangen war, es werde nie einen dauerhaften Rettungsschirm in Euroland geben.

Nach Alcoa auch Chevron mit schlechten Zahlen

Sich dann an Unternehmensnachrichten zu halten, fällt heute auch schwer, um eine klare Richtung zu bekommen. In Amerika rechnet nun nach dem Aluminiumkonzern Alcoa auch der Ölkonzern Chevron für das dritte Quartal 2012 mit einem deutlich niedrigeren Gewinn. Die Kurse beider Aktien fielen, sorgten mit dafür, dass der Dow Jones ein Prozent schwächer schloss. Der Nikkei-Index in Japan fällt um 0,6 Prozent zurück. In Deutschland meldet der Flughafenbetreiber Fraport für September zwar steigende Passagier-, aber sinkende Frachtzahlen. Kabel Deutschland will erstmals eine Dividende zahlen, immerhin 1,50 Euro je Aktie. Südzucker berichtet von steigenden Umsätzen und besseren Ergebnissen: In einem stark von Marktordnungen abhängigen Geschäft ist das aber keine Nachricht, die einem den Börsentag nachhaltig versüßen könnte.

DAX-Kamera von der Börse Frankfurt

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