+
Zahlreiche Boeing 737 Max sind am Flughafen gestrandet, sie dürfen derzeit nicht mehr fliegen.

737 Max 8

Boeing baut auf Halde

Flugzeugbauer produziert 737-Max-Flieger weiterhin und spricht nur von „Lieferpause“.

Vor den Boeing-Werken werden sich bald nagelneue Flugzeuge des Typs 737 Max stauen. Der US-Luftfahrtkonzern will unverändert an der Produktion des Unglücksfliegers festhalten – zumindest wohl solange, bis es nicht mehr genügend Parkraum für die neuen Maschinen gibt. Boeing produziert Analysten zufolge etwa 50 der Flieger im Monat, doch wegen des Flugverbots der US-Luftfahrtbehörde FAA kann Boeing die Maschinen nicht mehr ausliefern. Das Unternehmen spricht von einer „Lieferpause“.

Boeing zufolge haben mehr als 100 Kunden insgesamt gut 5000 Flugzeuge der neuesten Variante des 737-Klassikers bestellt. Doch nach zwei Abstürzen einer Boeing 737 Max 8 innerhalb weniger Monate steckt Boeing in einer Krise, die Aktie ist gefallen. Berichten zufolge erwägen erste Airline-Kunden, Bestellungen zu stornieren. Zudem drohen Boeing Vertragsstrafen und Entschädigungsforderungen von Airlines, die ihre neuen Boeings plötzlich nicht mehr fliegen dürfen.

Die Fluggesellschaft Air Canada strich am Freitag wegen des Flugverbots ihre Gewinnziele für das laufende Jahr. Air Canada hat mehr als 20 Maschinen der Modellreihe Boeing 737 Max in ihrer Flotte.

Entscheidend für Boeing und mögliche Regressforderungen wird die Klärung der Ursache des Absturzes vom Sonntag in Äthiopien sein. Für die Luftfahrt wird die Frage entscheidend sein, ob die Ethiopian-Airlines-Maschine aus dem gleichen Grund abgestürzt ist wie jener der indonesischen Lion Air im Oktober. In beiden Fällen war die Boeing Max 737 8 im Einsatz, und Experten bis hin zur US-Luftfahrtbehörde sprechen bereits von „Ähnlichkeiten“.

Mitarbeiter der französischen Luftsicherheitsbehörde (BEA) und äthiopische Experten begannen am Freitag in Paris mit der Auswertung der Flugschreiber. Wie lange die BEA für die Analyse braucht, hängt davon ab, wie stark die Flugschreiber beim Absturz beschädigt wurden. Die Blackboxes zeichnen den Sprechfunk im Cockpit und alle Flugdaten auf.

Die „New York Times“ berichtete unter Bezug auf eine nicht namentlich genannte Quelle von der Kommunikation des Piloten der verunglückten Maschine mit dem Kontrollturm in Addis Abeba. Der erfahrene Pilot soll demnach bereits eine Minute nach dem Start am Sonntag Probleme bei der Kontrolle des Flugzeugs gemeldet haben. Der Kontrollturm habe ihm erlaubt, zum Flughafen zurückzukehren. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare