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BMW-Chef widerspricht VW-Boss vehement

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Anders als Herbert Diess sieht Harald Krüger die Zukunft nicht allein im Elektroauto. Der Autobauer läutet Sparrunde ein.

BMW-Chef Harald Krüger hat die Forderung von VW-Chef Herbert Diess, staatliche wie interne Fördermittel nur noch für Batterieautos einzusetzen, entschieden zurückgewiesen. Elektroautos seien nicht die einzige Lösung aller Probleme, sagte Krüger am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens in München. Es gebe auch die Wasserstofftechnologie und außerdem die Kunden. Verbraucher seien bislang in Europa und den USA noch nicht allzu begeistert von E-Autos, weshalb BMW dreigleisig plane und Modelle sowohl mit Verbrennungsmotor, als auch mit elektrischem und Hybridantrieb anbiete.

Als Angriff auf das eigene Haus werte man die Forderungen von Diess zwar nicht, meinte Krüger. Aber einen intensiven Dialog bei einem Dreiergespräch hinter verschlossenen Türen mit ihm, Diess und Daimler-Chef Dieter Zetsche am Mittwoch Abend erwarte er schon.

Unterdessen drückt BMW kräftig auf die Kostenbremse. „Insgesamt wollen wir bis Ende 2022 mehr als zwölf Milliarden Euro realisieren“, sagte Krüger und kündigte eine massive Sparrunde an. In den vergangenen Jahren hatte BMW Personal aufgebaut. Damit ist nun Schluss. 2019 soll die weltweite Belegschaftszahl bei gut 134 000 Mitarbeitern stagnieren. Ab 2020 werde man Spielräume nutzen, die natürliche Fluktuation bietet, sagte BMW-Personalchefin Milagros Caina-Andree. Das seien jährlich im globalen Maßstab 4000 Mitarbeiter. Betriebsbedingte Kündigungen schloss sie aus.

Schnelle Erfolge erwartet BMW vom Tritt auf die Kostenbremse nicht. Nachdem die Rendite im Automobilgeschäft voriges Jahr von 10,2 auf 8,1 Prozent gesunken ist, planen die Münchner bei dieser wichtigen Kennziffer 2019 mit einer Spanne von sieben bis neun Prozent sowie mit voraussichtlich sinkenden Gewinne.

BMW verkaufte 2018 gut 2,1 Millionen Autos, etwas mehr als 2017. Nummer eins der Premiumhersteller war Mercedes mit knapp 2,4 Millionen Fahrzeugen.

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