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Harald Krüger tritt nach schwelender Kritik an seiner Person und Strategie als BMW-Chef zurück.

Harald Krüger

BMW-Chef tritt ab: Harald Krüger kommt Rauswurf zuvor

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Harald Krüger kommt seinem Rauswurf bei BMW offenbar zuvor. Noch im Juli soll seine Nachfolge geklärt werden.

Überraschend kommt es nicht. Harald Krüger tritt nach schwelender Kritik an seiner Person und Strategie als BMW-Chef ab. Er stehe nicht mehr für eine zweite Amtszeit zur Verfügung, hat der 53-Jährige zwei Wochen vor einer Aufsichtsratssitzung erklärt, die ohnehin seine Ablösung hätte bringen können. So gesehen ist er seinem Rauswurf zuvorgekommen.

In der BMW-Mitteilung wird der zurückhaltende Manager mit warmen Worten und Respektsbekundungen verabschiedet. Er habe im Haus mit großer Leidenschaft wichtige Akzente gesetzt, erklärte BMW-Oberaufseher Norbert Reithofer und zeigte zugleich Verständnis für den Schritt.

In den BMW-Aufsichtsrat, wie bei Ex-Chefs sonst üblich, soll Krüger offenkundig nicht einziehen. Auch das deutet auf einen eher unfreiwilligen Abschied hin. Sogar ein vorzeitiges Ausscheiden des gebürtigen Freiburgers, dessen Vertrag noch bis Mai 2020 läuft, ist denkbar. Bis zur Entscheidung über seine Nachfolge werde Krüger BMW-Chef bleiben, heißt es offiziell. Diese Entscheidung soll am 18. Juli fallen.

„Nach über zehn Jahren im Vorstand, davon mehr als vier Jahre als Vorstandschef der BMW Group, will ich mich nun beruflich neu orientieren“, erklärt Krüger, ohne hinsichtlich seiner Zukunftspläne konkreter zu werden. Auch ihn selbst drängt es offenkundig nicht in den BMW-Aufsichtsrat.

Fragen nach einer Vertragsverlängerung war der 53-Jährige zuletzt immer wieder ausgewichen. Erstmals über seinen Rückzug spekuliert wurde bereits kurz nach seinem Amtsantritt als Vorstandschef. Damals ist Krüger bei der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt bei einer Präsentation auf offener Bühne kollabiert. Gerüchte über den eigenen Gesundheitszustand begleiten ihn seitdem. Der soll aber nichts mit seinem jetzigen Abschied zu tun haben, heißt es.

Unter Krüger drohte BMW seine Rolle als Elektropionier unter Deutschlands Autobauern zu verlieren. Als die Bayern 2013 mit dem vollelektrischen BMW i3 auf den Markt gekommen sind, hatte noch Krüger-Vorgänger Reithofer die Hand am Steuer. Danach ist von BMW in Sachen Elektromobilität nicht mehr viel Neues gekommen. Erzrivale Daimler aber auch VW holen in dieser Hinsicht auf. Zudem hat Mercedes die Marke BMW 2016 in der Ära Krüger als weltgrößten Premiumhersteller abgelöst.

Weil Krügers Stuhl schon seit einiger Zeit wackelt, werden bereits Nachfolger diskutiert. Dabei fallen BMW-intern meistens zwei Namen. Der eine ist der von Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich, der andere der von Produktionschef Oliver Zipse. Anderen BMW-Vorständen oder gar einer externen Lösung werden im Haus keine Chancen eingeräumt.

Fröhlich steht als Entwicklungschef einem Ressort vor, das im aktuellen technologischen Wandel der gesamten Autoindustrie eine ausgesprochene Schlüsselstellung zukommt. Er tritt öffentlich auch betont selbstbewusst und engagiert auf, was Ambitionen für den Chef-Posten signalisiert. Weniger Wohlwollende kritisieren den 59-Jährigen allerdings als aufbrausend. Dem Vernehmen nach wäre er zudem alles andere als der Wunschkandidat von Personal und Betriebsrat.

Zipse wiederum genießt in der Belegschaft einen guten Ruf und gilt als konsensorientiert. Er ist mit 55 Jahren auch jünger und steht als Produktionsvorstand einem Ressort vor, das bei BMW traditionell zur Übernahme des Chef-Sessels prädestiniert. Bevor der studierte Maschinenbauingenieur Krüger dort gelandet ist, war auch er Produktionschef. Auch Zipse hat aber intern seine Kritiker, die vor allem in den eigenen Vorstandsreihen zu finden sind. Kritikern gilt der 55-jährige als blass und zu zurückhaltend.

Wer das Rennen macht, entscheidet bei BMW vor allem die dort dominierende Aktionärsfamilie Quandt, die mit Susanne Klatten und Stefan Quandt auch zwei Vertreter im Aufsichtsrat hat. Und der tagt am 18. Juli.

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