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Protest vor der Blackrock-Zentrale in New York.
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Protest vor der Blackrock-Zentrale in New York.

Klimaschutz

Blackrock schwachgrün

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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NGOs monieren unvollständigen Kohleausstieg des Finanzkonzerns.

Vor einem Jahr ging der weltweit größte private Finanzinvestor Blackrock auf Umweltkurs. Zumindest verbal. Der Gründer und Chef des US-Konzerns, Larry Fink, machte sich für den Klimaschutz stark und sagte eine baldige „erhebliche Umverteilung von Kapital“ in Unternehmen mit niedrigem CO2-Fußabdruck voraus. In einem Brief an die Kunden schrieb er: „Wir sind überzeugt, dass Nachhaltigkeit unser neuer Investmentstandard sein sollte.“ Das sorgte damals für großes Aufsehen in der Finanzwelt. Eine Studie schürt nun starke Zweifel daran, dass Blackrock diese Maxime auch wirklich umsetzt.

Die beiden NGOs „Urgewald“ aus Deutschland und „Reclaim Finance“ aus Frankreich haben die Investments des Unternehmens analysiert, das derzeit Aktien und Firmenanleihen im Wert von 7,8 Billionen Dollar (6,4 Billionen Euro) verwaltet. Ihr Urteil: Die Ankündigung habe das Geschäft von Blackrock „kaum beeinflusst“. Ein Jahr nach der Ankündigung, nicht mehr in Firmen mit „hohem Risiko in Sachen Nachhaltigkeit“ zu investieren und Produzenten von Kraftwerkskohle Kapital zu entziehen, halte Blackrock weiterhin Anteile an Kohlefirmen im Wert von mindestens 85 Milliarden US-Dollar. Kohle ist der mit Abstand klimaschädlichste Energieträger.

Allianz

Der Versicherungskonzern Allianz setzt sich für die klimaneutrale Umschichtung seiner 800 Milliarden Euro Kapitalanlagen ein neues Zwischenziel. Bis 2025 sollen die Treibhausgasemissionen um ein Viertel sinken, kündigte Allianz-Investmentvorstand Günther Thallinger an. Das gelte zunächst für bestimmte Assetklassen: gelistete Aktien und Unternehmensanleihen. Auch das Immobilienportfolio werde bis 2025 entsprechend dem Pariser Klimaabkommen auf einen 1,5-Grad-Pfad gebracht.

Expertin Lara Cuvelier von Reclaim Finance kritisierte, das Versprechen des Investmentriesen sehe bisher nach „reinem Greenwashing“ aus. Wolle Fink Blackrock wirklich zum Vorreiter bei der Klimaverantwortung machen, müssten grünen Worten auch grüne Taten folgen. „Das absolut Mindeste, was Blackrock jetzt tun muss, ist endlich ein für alle Mal aus der Kohle auszusteigen.“

Laut den NGOs schließt die Blackrock-Richtlinie von Januar 2020 nur 17 Prozent der globalen Kohleindustrie aus. So fielen Firmen durchs Raster, die neben Kohle auch andere Rohstoffe abbauen und daraus über 75 Prozent Umsatz generieren. Zudem ignoriere die Richtlinie den emissionsreichsten Teil der Kohleindustrie, darunter Konzerne, die nicht nur Kohle abbauen, sondern diese auch in Kraftwerken verbrennen. So sei Blackrock weiterhin in Kohleriesen wie den indischen Adani-Konzern und Europas größte CO2-Produzenten RWE (Deutschland) und PGE (Polen) investiert.

Ein weiteres Problem ist, dass die Blackrock-Richtlinien auf rund drei Viertel der investierten 7,8 Milliarden Dollar keinen direkten Einfluss haben. Sie stecken in börsengehandelten Fonds, so genannten ETFs, die direkt der Zusammensetzung und Entwicklung von Aktienindizes wie dem Dax folgen.

Blackrock räumte auf Anfrage indirekt ein, dass der Kohle-Exit begrenzt ist: „Dort, wo die Kundenmandate uns das erlauben, haben wir Aktien und Anleihen von Unternehmen, die mehr als 25 Prozent ihrer Einnahmen aus der thermischen Kohleproduktion generieren, vollständig abgebaut.“ Wo das Unternehmen keine Firmen ausschließen kann, etwa bei einem Aktienindex wie dem Dax, setzt Blackrock den Abgaben zufolge auf seinen Einfluss als Aktionär. „Wo wir keine ausreichenden Fortschritte sehen, nutzen wir unser Stimmrecht.“ So habe man bei den Energiekonzernen Uniper, Fortum CEZ und PGE gegen Aufsichtsräte gestimmt.

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