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Blackout in Paris

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Von: Stefan Brändle

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In der Nacht auf Fretag gingen in Paris teilweise die Lichter aus. Nach dem Stromausfall macht sich in der Hauptstadt die Angst breit.

Paris, die grandiose Lichterstadt, musste in der Nacht auf Freitag die Kerzen anzünden. Ganze Straßenzüge zwischen Bastille, Place de la République und Quartier Latin – konkret die Bezirke 3, 4, 5 und 14 – hatten keinen Strom mehr. Um 22 Uhr war er ausgefallen; ortsweise wurde es erst gegen Mitternacht wieder hell in den Fenstern. An sich wäre der Ausfall nicht sonderlich gravierend. Der in Paris wohl noch nie erlebte Teil-Blackout ist aber für viele Landesbürger:innen ein böses Omen. Seit gut einer Woche stimmen die Behörden sie auf die Möglichkeit kontrollierter Netzunterbrechungen ein, wobei sie verharmlosend von möglichen „délestages“ (Entlastungen) sprechen.

Die Lage ist ernst: Die 56 Atomkraftwerke im Land liefern zu wenig Strom, der Stromexporteur Frankreich muss so viel Elektrizität wie noch nie aus Deutschland einführen und notfallmäßig ein zweites Kohlekraftwerk anwerfen.

Die Netzbetreiberin Enedis teilte am Freitag mit, der Energieausfall in vier der 20 Stadtbezirke habe nichts mit der generellen Notlage oder dem Atomenergie-Engpass zu tun; Grund sei ein „technischer Zwischenfall in einem Transformator“. Das klingt für französische Ohren etwa so überzeugend wie die behördliche Behauptung von 1986, die radioaktive Wolke des AKW-Unglücks von Tschernobyl habe an der französischen Landesgrenze haltgemacht. Die Pariser Medien sind voll von Berichten verängstigter Bürger:innen, die nun Kerzen oder Gaskocher kaufen und Nahrungsmittel horten.

Präsident Macron musste Anfang der Woche die Nation beschwichtigen: „Keine Panik, das nützt nichts“, erklärte er. Der Stromkonzern Electricité de France (EDF) hatte zuvor angekündigt, er könnte gezwungen sein, den Strom zu Spitzenkonsumzeiten am Morgen und frühen Abend mehrere Stunden lang zu kappen. Nur Viertel mit Krankenhäusern, Polizei- und Feuerwehrstationen blieben verschont. „Es ist normal, dass die Regierung einen so extremen Fall vorbereitet“, erklärte Macron dazu. Aber was etwa würden mit Patient:innen passieren, die zu Hause an ein Beatmungsgerät angeschlossen sind, fragen besorgte Landsleute.

EDF, Enedis und die Präfekturen haben am Freitag mehrere Szenarien von Stromunterbrechungen am Computer durchgespielt. Insidern zufolge ging es bei diesen Simulationen aber weniger um die Stromnetze, sondern um die Aufrechterhaltung der Notnummern – und eben um all die Fälle, die von Notstromagregaten abhängen. Auch die Eisenbahn und der Straßenverkehr käme zum Erliegen, da die Signale elektronisch gesteuert werden.

Eine gute Nachricht gab es am Freitag aber auch: EDF erklärte, dass 40 von 56 Reaktoren nach Abschluss von Reparaturen und Wartungsarbeiten wieder am Netz seien. Die Leistung des gewaltigen AKW-Parks erreicht damit fast wieder 40 – von potenziell 61 – Gigawatt.

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