Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

In diesem Geschäft in Hongkong werden Bitcoin akzeptiert.
+
In diesem Geschäft in Hongkong werden Bitcoin akzeptiert.

Gehalt in Bitcoin statt Dollar

Bitcoin auf dem Lohnzettel

  • VonBarbara Barkhausen
    schließen

In Australien zahlen erste Firmen ihren Beschäftigten Teile des Gehalts in Kryptowährungen.

Elon Musk twittert regelmäßig über Kryptowährungen und selbst große Firmen investieren inzwischen einen Teil ihrer Gelder in die Digitalwährungen, darunter Musks Elektroautobauer Tesla und Jack Dorseys Fintech Square. Angesichts der enormen Gewinne, die die größte Kryptowährung – der Bitcoin – in den vergangenen Monaten abgeworfen hat, ist ein Investment verlockend. Doch Kryptowährungen sind auch volatil. Selbst kleine Bemerkungen von Elon Musk in der Öffentlichkeit oder über Twitter lassen den Kurs beachtlich schwanken.

Trotzdem glauben gerade viele Gründer:innen von Start-ups, dass Digitalwährungen wie der Bitcoin die Zukunft sind. Deswegen hat eine australische Firma inzwischen damit begonnen, auf Wunsch der Beschäftigten einen Teil des Gehalts in Kryptowährung auszuzahlen. Fred Schebesta, CEO der Vergleichswebsite Finder, der seinen Arbeitnehmer:innen diese Möglichkeit bietet, glaubt, dass dies innerhalb der kommenden zwei Jahre zur Norm werden wird.

Schebesta sagte im Interview mit der australischen Nachrichtenseite „News.com.au“, dass seine Mitarbeiter:innen nach der Option gefragt hätten, es aber etwa ein Jahr gedauert habe, es vonseiten der Buchhaltung und aus rechtlicher Sicht umzusetzen. Inzwischen haben die 350 Beschäftigten aber die Möglichkeit, 25 Prozent ihres Gehalts in Bitcoin zu verdienen. Sein Start-up sei „ein sehr kryptofreundliches Unternehmen“, so der Gründer. Seine Firma werde bereits von Lieferanten in Kryptowährung bezahlt, deswegen sei die Lohnauszahlung kein so großer Sprung gewesen.

Auch die in Melbourne ansässige Krypto-Börse BTC Markets bietet ihren 35 Beschäftigten die Option, ihr Gehalt in Bitcoin ausgezahlt zu bekommen. „Ein Großteil unserer Mitarbeiter unter 35 Jahren hat einen natürlichen Appetit nach und ein natürliches Verständnis für Krypto“, sagte Caroline Bowler, die CEO von BTC Markets. Sie seien offen dafür, neue und innovative Wege zu gehen. Die Bezahlung in Krypto erfolgt auch bei BTC Markets auf Wunsch der Mitarbeiter:innen und ist freiwillig.

Anders als beim Startup Finder, das nur maximal 25 Prozent des Gehalts in Kryptowährung auszahlt, können die Mitarbeiter:innen von BTC Markets die Höhe selbst bestimmen. Die Bezahlung in den Digitalwährungen erfolge natürlich nach Steuern, betonte die Geschäftsführerin.

In Zukunft will BTC Markets den Beschäftigten auch noch andere Optionen anbieten. Denn neben Bitcoin sind auch Ethereum, Ripple, Binance Coin und die ursprünglich als Witz ins Leben gerufene Dogecoin bei Krypto-Investor:innen beliebt. Bowler geht es mit dem Schritt auch darum, einen positiven Beitrag zur Bewegung der Digitalwährungen zu leisten. Im Interview mit „News.com.au“ sagte sie, sie wünsche sich, dass „Kryptowährungen immer mehr zum Mainstream und zum Teil unseres täglichen Lebens werden“.

Auch Start-up-Gründer Schebesta will eine Art „Revolution“ für Kryptowährungen lostreten und bietet seinen Kundinnen und Kunden inzwischen an, Bitcoin verhältnismäßig unkompliziert über die App seiner Firma Finder zu kaufen. Allerdings warnte Schebesta auch vor der „Volatilität“ der Kryptowährungen. Letztere hatte Anfang Mai auch der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, kritisiert. Digitalwährungen hätten „keinen intrinsischen Wert“, sagte der Finanzexperte damals. „Investieren Sie nur in Kryptowährungen, wenn Sie damit leben können, dass Sie womöglich Ihr ganzes Geld verlieren.“

Neben der Volatilität des Investments steht vor allem beim Bitcoin auch der hohe Energieverbrauch in der Kritik, der sich nicht wirklich mit dem Klimaschutz in Einklang bringen lässt. Denn beim sogenannten „Schürfen“ – also bei der Herstellung der Bitcoins – wird laut einer Analyse der Universität Cambridge jährlich mehr Strom verbraucht als in manchen Ländern. Laut der britischen Forscher kommt der Bitcoin-Verbrauch auf über 121 Terawattstunden pro Jahr.

Deswegen wurde beispielsweise auch die Entscheidung des Elektroautoherstellers Tesla, in Bitcoin zu investieren, von verschiedenen Seiten kritisiert. Tesla-Chef Musk hat inzwischen eine Kehrtwende angekündigt: Künftig will die US-Firma aus Klimaschutzgründen keine Bitcoins mehr als Zahlungsmittel zulassen. Außerdem sucht der Milliardär das Gespräch mit einigen nordamerikanischen Bitcoin-Minern, wie er zuletzt über Twitter bekannt gab. Bei den Diskussionen ging es vor allem darum, wie die digitale Währung nachhaltiger werden könnte. Der Tweet von Musk kam dem Bitcoin zugute: Sein Wert schnellte nach oben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare