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Mobilfunkanbieter locken Kundinnen und Kunden oft mit niedrigen Einstiegspreisen. Später dann kann es teuer werden.
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Mobilfunkanbieter locken Kundinnen und Kunden oft mit niedrigen Einstiegspreisen. Später dann kann es teuer werden.

Handy, Strom & Co.

Bis zu 461 Euro Ersparnis sind drin

  • VonBjörn Hartmann
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Bürgerinnen und Bürger können ihre Kosten deutlich senken, wenn sie die Anbieter für Strom, Kfz-Versicherung und Handy regelmäßig wechseln.

Seit Jahren können Bürgerinnen und Bürger die Anbieter für Strom, Mobilfunk und Kfz-Versicherung recht einfach wechseln. Nur nutzen viele die Möglichkeit nicht und zahlen deutlich mehr, als sie müssten. Durchschnittskund:innen können bis zu 461 Euro im Jahr sparen, wie der Geldratgeber Finanztip berechnet hat. Vor allem die Über-50-Jährigen besitzen demnach unnötig teure Verträge.

„Wir haben untersucht, was es kostet, wenn man seinem Anbieter treu bleibt“, sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip. Zum Beispiel, was jene 31,1 Prozent der älteren Bürger:innen zu viel zahlen, die einer repräsentativen Umfrage zufolge noch nie den Stromanbieter gewechselt haben. „Die hängen meist in der teuren Grundversorgung“, sagt Tenhagen.

Ein Wechsel in einen günstigen Tarif kann bei einem Stromverbrauch von 3000 Kilowattstunden im Jahr 147 Euro bringen. Nicht ganz so viel lässt sich sparen, wenn es bereits einen älteren Tarifvertrag gibt, der durch einen mit Neukonditionen ersetzt wird. Hier ist eine Ersparnis bis zu 38 Euro ohne und 83 Euro mit Bonus möglich.

Verträge für das D-Netz bieten besonders viel Sparpotential

Am meisten Sparen können Verbraucher:innen bei den Mobilfunktarifen. Und auch hier sind es die Älteren, die Babyboomer-Jahrgänge, wie Tenhagen sagt, die besonders viel zahlen. 34 Prozent der 50- bis 69-Jährigen haben Verträge, die älter als fünf Jahre sind, wie die Finanztip-Umfrage ergab. Bei den Jüngeren sind es nur 23 Prozent. Dabei bestehen große Unterschiede zwischen Verträgen für das D-Netz von Deutscher Telekom und Vodafone und dem E-Netz von Telefonica. Während die Preise für sogenannte All-Net-flat-Tarife – kostenlose Anrufe in alle Netze – im E-Netz seit etwa vier Jahren zwischen fünf und 6,49 Euro liegen, sind sie im D-Netz erst in den vergangenen zwei Jahren deutlich auf zuletzt acht Euro gefallen, wie Finanztip ermittelt hat.

Entsprechend hoch ist das Sparpotenzial: Wer einen Vertrag besitzt, der älter als zehn Jahre ist, kann Finanztip zufolge im D-Netz im Jahr bis zu 264 Euro sparen. Ist der Vertrag älter als fünf Jahre sind es bis zu 192 Euro. Ist der Vertrag älter als zwei Jahre kommen 24 Euro zusammen. Im E-Netz bringt der Wechsel von einem sehr alten Vertrag auf einen neuen bis zu 144 Euro. Bei neueren Verträgen lässt sich kaum Geld sparen, allerdings könne man bei gleichem Preis mehr Leistung heraushandeln, etwa mehr Datenvolumen, sagt Tenhagen.

Auch bei der Kfz-Versicherung halten viele ihrem Anbieter die Treue. 37,7 Prozent aller Autobesitzer:innen wechseln demnach nicht, weitere 30,9 Prozent haben schon einmal gewechselt, machen das aber grundsätzlich nicht regelmäßig. Auch hier erweisen sich die Über-50-Jährigen als Wechselmuffel: knapp 74 Prozent vergleichen nicht regelmäßig, um sich einen neuen günstigeren Anbieter zu suchen, bei den Jüngeren sind es nur 64,2 Prozent – allerdings immer noch ein vergleichsweise hoher Wert.

Mindestens ein Mal im Jahr Vergleichsangebote einholen

Dabei sind bessere Angebote wahrscheinlich: Versicherungen gehen mit dem Thema Alter sehr unterschiedlich um. Auch Typ- und Regionalklassen werden jedes Jahr neu berechnet. Zudem ist der Wettbewerb in der Branche hoch. Je nach Alter der Fahrerin oder des Fahrers macht die Ersparnis in der Beispielrechnung von Finanztip zwischen einem durchschnittlichen und dem besten Tarif bis zu 50 Euro jährlich aus.

Tenhagen rät allen, regelmäßig in Vergleichsportalen wie Verivox, Check24 oder bei Finanztip zu überprüfen, ob es nicht günstigere Angebote gibt – mindestens einmal im Jahr. Den Stromanbieter zu wechseln, dauere heutzutage etwa fünf Minuten, sagte er. Dabei kümmere sich der neue Anbieter auch um die Abmeldung beim alten. Achten solle man auf eine Vertragslaufzeit bis zu einem Jahr, eine Preisgarantie in der Zeit und eine kurze Kündigungsfrist.

Finanztip-Chefredakteur Tenhagen empfiehlt, dem alten Anbieter beim Wechsel mitzuteilen, er solle alle Daten löschen. „Das muss er zwar sowieso, aber ein Schreiben hilft zusätzlich.“ So kann man verhindern, dass Stromanbieter besonders wechselfreudige und damit auch für den Anbieter nicht so ertragreiche Kund:innen sperren.

Mobilfunkwechsel ist etwas aufwendiger

Wer die Kfz-Versicherung wechseln möchte, kann auch Vergleichsrechner nutzen, sollte Tenhagen zufolge aber unbedingt auch bei der Versicherung Huk24 direkt nachschauen – sie ist bei keinem Vergleichsportal dabei. Auch bei der Kfz-Versicherung übernimmt der neue Anbieter die Kündigung des alten Vertrags. Der Finanztip-Chefredakteur empfiehlt, eine jährliche Zahlung zu vereinbaren. Monatlich zu überweisen, koste etwa zehn Prozent mehr. Auch eine Werkstattbindung spare Geld.

Etwas aufwendiger ist es Finanztip zufolge, den Mobilfunkvertrag zu wechseln – wenn die bestehende Nummer mitgenommen werden soll. Der sogenannte Portierungsauftrag dafür dauert. Die Kundin oder der Kunde muss den alten Vertrag zum Laufzeitende kündigen, über einen Vergleichsrechner einen neuen Tarif suchen und dem neuen Anbieter mitteilen, dass sie oder er die Nummer behalten möchte.

Finanztip ließ die Bürgerinnen und Bürger im Februar repräsentativ zu ihrem Wechselverhalten befragen. Die Vergleichsdaten der Verträge stammen aus dem Mai.

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