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Bioplastik fürs Labor

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Von: Tobias Schwab

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Felix Wollenhaupt und Joel Eichmann (v.l.) haben das Gießener Start-up Green Elephant Biotech gegründet. Ihre Geschäftsidee: Laborartikel aus nachhaltigem Material.
Felix Wollenhaupt und Joel Eichmann (v.l.) haben das Gießener Start-up Green Elephant Biotech gegründet. Ihre Geschäftsidee: Laborartikel aus nachhaltigem Material. © privat

Die Frankfurter Rundschau präsentiert die Nominierten des Hessischen Gründerpreises 2022 mit Kurzinterviews: Green Elephant Biotech ist Finalist in der Kategorie Gründung aus der Hochschule.

Wer braucht Sie?
Biotech-Unternehmen, die Impfstoffe produzieren oder personalisierte Medikamente entwickeln und einen hohen Bedarf an Stammzellen haben.

Warum haben Sie gegründet?
In Laboren fallen riesige Mengen Plastikmüll an, die anschließend verbrannt werden. Dabei entstehen jedes Jahr über 35 Megatonnen CO2. Wir können dazu beitragen, diese Emissionen durch den Einsatz von pflanzenbasierten Materialien erheblich zu senken.

Wer hat in Sie investiert/wer nicht?
Unsere Investoren bestehen aus einem mittelständischen Wagniskapitalgeber und einer Gruppe Business Angels.

Was war die größte Hürde?
Die Entwicklung von der ersten Produktidee bis zu einem verkaufsfähigen Produkt.

Wo brennt es im Betrieb?
Die enorme Kundennachfrage zeitnah bedienen zu können.

Was ist der große Traum?
In 40 Jahren unseren Enkelkindern sagen zu können, dass wir gemeinsam die Klimawende gemeistert haben.

Green Elephant Biotech setzt auf pflanzenbasierten Kunststoff aus Maisstärke. Konkurriert das nicht mit der Produktion von Nahrungsmitteln?
Der Kunststoff PLA (Polymilchsäure) wird heute größtenteils aus Maisstärke gewonnen. Betrachtet man die Menge an Mais, welche für die weltweite Herstellung von PLA benötigt wird, liegt der Anteil deutlich unter ein Prozent der globalen Ernte von Mais. Wir sind daher der Ansicht, dass auch bei einer zunehmenden Verwendung von Biokunststoffen keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion besteht. Für uns ist der Mais in der Lieferkette dennoch nicht ideal: Wir wollen Produkte mit möglichst geringem CO2-Fußabdruck entwickeln und vertreiben. Zahlreiche Arbeitsgruppen aus Wissenschaft und Industrie arbeiten an PLA aus sogenannten „secondary feedstocks“, also Abfallströmen aus Landwirtschaft und (Lebensmittel-)Industrie. PLA-Kunststoff aus diesen Quellen ist noch nicht im industriellen Maßstab und hinreichender Qualität verfügbar. Wir beobachten die Entwicklung und werden so bald wie technisch möglich unsere Lieferketten umstellen.

Das sagt die Jury:
„Labormüll kann nicht einfach recycelt werden, sondern wird verbrannt. Green Elephant Biotech hat hierfür eine besonders clevere Lösung gefunden und kann mit den Produkten in die bestehenden Kreisläufe integriert werden. Das ist um 90 Prozent nachhaltiger und hilft beim wichtigen Thema Nachhaltigkeit. Das Start-up hat sich schon in diesem frühen Stadium auf sechs Mitarbeitende vergrößert. Der Grundstein ist gelegt und die Perspektiven bei diesem schnellen Wachstum sind gut. Gerade jetzt ist das Thema Nachhaltigkeit besonders wichtig. Genau das verkörpert Green Elephant Biotech, damit konnten sie die Jury überzeugen.“

Partnerschaft: Die FR unterstützt den Hessischen Gründerpreis. Bis zum Finale am 4. November in Kassel stellen wir die zwölf nominierten Gründerinnen und Gründer vor. fr.de/gruenderpreis

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