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Feierstimmung an der New Yorker Börse. Auch Biontech und Curevac gingen in den USA aufs Parkett.
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Feierstimmung an der New Yorker Börse. Auch Biontech und Curevac gingen in den USA aufs Parkett.

Börse

Biontech und Curavec: Jung, erfolgreich - und weg

  • Nina Luttmer
    VonNina Luttmer
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Viele deutsche Firmen gehen in den USA an die Börse. Zum Beispiel die Biotechnologie-Unternehmen Biontech und Curevac. Warum?

Da hat Deutschland junge, innovative, zukunftsorientierte Firmen - und wo gehen sie an die Börse? Nicht in Deutschland, sondern lieber im Ausland, sehr oft in den USA. So geschehen etwa bei den Biotechnologie-Unternehmen Biontech und Curevac und so geplant bei dem Münchner Solarauto-Hersteller Sono Motors und dem Münchner Flugtaxi-Entwickler Lilium.

In den vergangenen zehn Jahren seien 24 deutsche Unternehmen im Ausland an die Börse gegangen, ein Fünftel aller Börsengänge deutscher Firmen habe nicht auf dem hiesigen Parkett stattgefunden, sagt Christine Bortenlänger, geschäftsführende Vorständin des Deutschen Aktieninstituts (DAI). Aber woran liegt das und welche Konsequenzen hat diese Entwicklung? Das hat das DAI gemeinsam mit der Wirtschaftskanzlei Rittershaus untersucht.

Was viele Unternehmen in die USA zieht, ist das viele Kapital, das dort verfügbar ist. Unzählige Investoren sind auf der Suche nach zukunftsträchtigen Investments. Und da dort eben so viel Geld vorhanden sei, seien die Investoren oft hochspezialisiert und brächten viel Know-how über Tech- oder Biotech-Unternehmen mit. Sowohl das Kapital als auch dieser Sachverstand fehlten in Deutschland, bemängelt Christof Hettich, Partner bei Rittershaus.

Hierzulande würde auch von jungen Unternehmen dauerhafter und schneller Erfolg erwartet. Dabei würden sie oft lange Zeit kein Geld verdienen, die Investoren bräuchten einen langen Atem, so Hettich. In den USA haben sie den offenbar häufiger - auch weil sie durch große Expertise die Erfolgsaussichten besser abschätzen können. In Deutschland sei es Teil der Kultur, mehr das Risiko eines Investments als die Chancen zu sehen.

Viele deutsche Wachstumsunternehmen wechseln zudem in eine ausländische Rechtsform, gerne die holländische Aktiengesellschaft N.V., weil ihnen diese mehr Flexibilität bietet - etwa die Möglichkeit, schneller Kapital einzusammeln und gezielt Investoren an Bord zu holen. Das sei auch nach US-Recht leichter als im deutschen Aktienrecht.

Die Studienverfasser:innen wünschen sich, dass der deutsche Gesetzgeber Wachstumsunternehmen aus dem Biotech- und Tech-Bereich mehr Flexibilität etwa bei Kapitalerhöhungen einräumt, sofern die Aktionär:innen dem vorher zustimmen. Dass diese Unternehmen, ähnlich wie in den USA, zudem in den ersten Jahren nach dem Börsengang nicht die ganze Fülle von Kapitalmarktpflichten erfüllen müssen, sondern eine „Eingewöhnungsphase“ erhalten. Und dass die deutsche Altersvorsorge stärker auf Aktien ausgerichtet wird - dass es also wie in Schweden oder den USA starke Pensionsfonds gibt, die Expertise und Kapital in den Markt bringen. Tatsache sei nämlich, dass Länder mit einer aktienbasierten Altersvorsorge meist einen gut entwickelten Kapitalmarkt mit vielen Börsengängen hätten, so Bortenlänger.

Und wenn das alles nicht passiert? Wäre es denn so schlimm, wenn deutsche Unternehmen weiterhin im Ausland an die Börse gingen? „Dann gehen die Erträge und Dividenden aber auch hauptsächlich in die USA“, sagt Bortenlänger. „Man sieht ganz klar, dass sich der Schwerpunkt dieser Unternehmen ins Ausland verlagert“, so Hettich. Neue Jobs entstünden dann eben nicht in Deutschland. Und es entschieden Eigentümer über die Geschicke der Unternehmen, für die Deutschland vielleicht keine Relevanz habe.

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