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Biontech fehlt der Rückenwind

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Dem Biontech-Konzern bricht der Gewinn ein, neue Vakzine und Krebsmittel sollen helfen.
Dem Biontech-Konzern bricht der Gewinn ein, neue Vakzine und Krebsmittel sollen helfen. © imago images/epd

Dem Biontech-Konzern bricht der Gewinn ein, neue Vakzine und Krebsmittel sollen helfen. Von Jan Christoph Freybott.

Der Impfstoff-Hersteller Biontech bekommt die abflauende Corona-Pandemie zu spüren. Der Mainzer Konzern fuhr zwar auch im dritten Quartal satte Gewinne ein. Die luftigen Höhen der ersten beiden Corona-Jahre konnte das Ergebnis aber bei weitem nicht erreichen. Neue Impulse erhofft sich Biontech nun vom neuen Omikron-Impfstoff, der erst seit Kurzem auf dem Markt ist. Gleichzeitig baut der Konzern auf neue Forschungszweige, um seine Umsätze vom Verlauf der Pandemie zu lösen.

Konzernchef Ugur Sahin warnte auf der Bilanzpressekonferenz davor, den Verlauf der Pandemie zu unterschätzen: „Die langfristigen Folgen einer Corona-Infektion können erheblich sein und wurden noch nicht in Gänze verstanden.“ Er rät deshalb zu einer jährlichen Auffrischungsimpfung – auch um neuen Varianten vorzubeugen. Der neu zugelassene Impfstoff gegen die vorherrschende Omikron-Variante sei dafür gut geeignet, weil er auch gegen aufkommende Varianten schützen könne.

Im abgelaufenen dritten Quartal schmolz der Biontech-Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um fast die Hälfte auf 3,5 Milliarden Euro zusammen. Allerdings schwanken die Umsätze bei Biontech von Quartal zu Quartal erheblich. Auf das Jahr gesehen machte Biontech zwar ähnlich viel Umsatz wie im Jahr zuvor. Das sei aber, so das Unternehmen, vor allem auf die vollen Auftragsbücher vom Jahresende 2021 zurückzuführen, als die Omikron-Variante für Schlagzeilen sorgte. Unter dem Strich fuhr Biontech im dritten Quartal einen Gewinn von knapp 1,8 Milliarden Euro ein nach 3,2 Milliarden im Vorjahresquartal.

Erste Erträge verbuchte der Konzern bereits mit dem neuen Omikron-Impfstoff, von dem bis Mitte Oktober rund 300 Millionen Dosen ausgeliefert wurden, wie der Konzern mitteilte. Das neue Vakzin war im September in der EU zugelassen worden und soll sowohl vor dem Wildtypen wie auch vor den vorherrschenden Omikron-Varianten BA.4/BA.5 schützen.

Mit dem Zahlenwerk zum dritten Quartal hinkt Biontech den Erträge der ersten Corona-Jahre deutlich hinterher. Der Konzern führte das auch auf die dynamische Pandemieentwicklung zurück. Um sich unabhängiger davon aufzustellen, forschen die Mainzer verstärkt zu Krebstherapien sowie Impfstoffen für andere Infektionkrankheiten. Für Vakzine etwa gegen Tuberkulose oder Malaria begännen in den kommenden Monaten klinische Studien, sagte Co-Gründerin Özlem Türeci. Bereits in den ersten neun Monaten des Jahres gab Biontech mehr für Forschung aus als im Gesamtjahr 2021.

Trotz des schwächelnden Umsatzes grenzte Biontech seine Jahresprognose am oberen Ende ein. Aus dem Geschäft mit Corona-Impfstoffen wollen die Mainzer jetzt einen Jahresumsatz von 16 bis 17 Milliarden Euro ziehen. Das untere Ende der Spanne wanderte damit um drei Milliarden Euro nach oben. Mit dem kriselnden Impfstoff-Geschäft steht Biontech indes nicht alleine da. Erst am Donnerstag hatte der Konkurrent Moderna seine Verkaufsziele kassiert.

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