Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Josef Ackermann konnte sich im dritten Quartal nicht auf seine Investmentbanker verlassen.
+
Josef Ackermann konnte sich im dritten Quartal nicht auf seine Investmentbanker verlassen.

Deutsche Bank und UBS

Die Bilanz-Zauberer

Deutsche Bank und UBS hübschen ihr Ergebnis auf. Dabei wird in beiden Geldhäusern weiter mit Stellenstreichungen gerechnet und Mitarbeiter müssen um Jobs fürchten.

Von Anna Sleegers

Der Kurssturz an den Kapitalmärkten verhagelt den Investmentbankern die Geschäfte. Wie die Deutsche Bank am Dienstag mitteilte, erzielte ihre Kapitalmarktsparte im abgelaufenen Quartal einen Gewinn vor Steuern von gerade einmal 70 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte die von ihrem künftigen Co-Vorstandschef Anshu Jain geleitete Sparte noch einen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Noch schlechter erging es der Schweizer Konkurrentin UBS. Deren Kapitalmarktsparte wies einen Verlust von umgerechnet knapp 530 Millionen Euro aus. Die Großbank hatte zuletzt nicht nur mit der Schuldenkrise zu kämpfen, sondern auch mit einem Handelsskandal. Die nach UBS-Angaben unautorisierten Geschäfte des Londoner Investmentbankers Kweku Adoboli kosteten das Institut knapp 1,5 Milliarden Euro – und UBS-Chef Oswald Grübel den Job.

Wegen der Flaute im Investmentbanking und strengerer Auflagen durch die Aufsichtsbehörden bauen beide Institute derzeit massiv Stellen im Kapitalmarktgeschäft ab. Die Deutsche Bank, die vor einem Jahr noch 15?800 Investmentbanker beschäftigte, will nach eigenen Angaben bis Frühjahr 2012 jede zehnte Stelle streichen. Die UBS kündigte im August den Abbau von 1?800 Stellen im Kapitalmarktgeschäft an.

Hält die Talfahrt an den Märkten an, wird es nach Einschätzung von Branchenkennern dabei jedoch nicht bleiben. Viele Investmentbanker rechtfertigen ihre überzogenen Gehälter damit, dass in ihrem schwankungsanfälligen Geschäftsfeld beim Stellenabbau nicht lange gefackelt wird. Sobald die Erträge einbrechen, versuchen die Banken ihre Personalkosten herunterzufahren. Stefan Krause, Finanzchef der Deutschen Bank, schloss daher einen weiteren Stellenabbau nicht aus. „Wir passen die Plattform an und werden das auch weiterhin tun, wenn sich am Umfeld nichts ändert“, sagte er am Dienstag. Auch Sergio Ermotti, der nach Grübels Rücktritt den UBS-Chefposten kommissarisch übernommen hat, hielt sich die Möglichkeit eines weiteren Stellenabbaus offen. „Wir arbeiten daran, die Pläne zur Umsetzung der kundenfokussierten Strategie der Investment Bank zu finalisieren“, zitiert ihn die Nachrichtenagentur Reuters. Zur weiteren Personalplanung äußern wird er sich aber voraussichtlich erst Mitte November auf einem Investorentag in New York.

Simpler Trick

Trotz der schwachen Entwicklung im Kapitalmarktgeschäft gelang es beiden Instituten, die Erwartungen der Analysten zu übertreffen. Die Deutsche Bank wies einen Konzerngewinn von 777 Millionen Euro aus. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit gut 200 Millionen Euro weniger gerechnet. Die UBS überraschte den Markt sogar mit einem Gewinn von umgerechnet 815 Millionen Euro, während Analysten nur 244 Millionen Euro erwartet hatten.

Dahinter steckt ein simpler Bilanzierungstrick. Da die Banken als Hauptleidtragende eines Schuldenschnitts in Griechenland gelten, hat ihre Kreditwürdigkeit zuletzt gewaltig gelitten. Das hat zur Folge, dass ihre Anleihen deutlich unter Ausgabewert notieren. Nach internationalem Recht dürfen die Banken diesen Rückgang als Buchgewinn verbuchen. Die Deutsche Bank hübschte ihr Ergebnis auf diese Weise um 170 Millionen Euro auf, die UBS sogar um 1,44 Milliarden Euro. Alleine stehen die beiden Institute mit diesem Vorgehen jedoch nicht. Auch die amerikanischen Großbanken JP Morgan, Morgan Stanley und Citigroup wendeten bereits denselben Bilanzkniff an.

Die Börsianer nahmen die Zahlen mit gemischten Gefühlen auf, die Aktien der Deutschen Bank und der UBS notierten gegen Abend nahezu auf dem Niveau des Vortagesschlusses.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare