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Betont bienenfreundlich geben sich die Konzerne. Passt ja, denn am 20.05. war weltweiter Bienentag.

Volksbegehren zum Artenschutz

„Rettet die Bienen!“ - Volksbegehren jetzt europaweit

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Ein Volksbegehren zum Artenschutz startet nun auch in der EU. Eine Million Unterschriften nötig. Aktionen bei Lidl und Rewe.

Die Biene hat Aufwind – zwar noch nicht so recht in der Natur, aber bei ihren Fans. Das weiß man spätestens seit dem Volksbegehren zur Artenvielfalt in Bayern, das mit dem Slogan „Rettet die Bienen“ fast 1,8 Millionen Bürger zum Unterschreiben brachte. Der Druck war so groß, dass die CSU-geführte Landesregierung die Forderungen inzwischen übernommen hat. Doch nun folgt der nächste Schritt. Die Initiatoren des bayerischen Bienen-Coups wollen auch die EU-Agrarpolitik verändern – mit einem europäischen Volksbegehren. Ab kommenden Montag kann man dafür unterschreiben.

Die Brüsseler Kommission hat jüngst die Europäische Bürgerinitiative „Rettet die Bienen!“ registriert, die unter anderem von den Bayern getragen wird. Das Begehren sei rechtlich zulässig, teilte sie mit. Die Initiatoren haben nun ein Jahr Zeit, um eine Million Unterschriften zur Unterstützung ihres Vorschlags zu sammeln (www. wesavebees.eu). Sie fordern Brüssel dazu auf, „Rechtsvorschriften zu erlassen, um Lebensräume für Insekten als Indikatoren einer intakten Umwelt zu erhalten und zu verbessern“. Umzusetzen sei das unter anderem durch verbindliche Ziele für die Reduzierung von Pestiziden, die Einrichtung von Schutzgebieten und die Vermeidung von Überdüngung.

Kandidatin der Ökopartei für die Europawahl

Frontfrauen der neuen Kampagne sind die ÖDP-Politikerinnen Agnes Becker und Manuela Ripa. Becker hat auch schon das bayerische Volksbegehren gestartet, Ripa ist Kandidatin der Ökopartei für die Europawahl. Ripa warnte, die Zerstörung der Artenvielfalt und der Ökosysteme habe „ein Niveau erreicht, das man mittlerweile nur noch als Massenaussterben von Tieren und Pflanzen bezeichnen kann. Hauptverursacher in Europa neben dem „Flächenfraß“ durch neue Straßen und Gebäude vor allem die „schreiend ungerechte Agrarförderpolitik“. Die Bürger müssten dagegen nun selbst aktiv werden, da die Mehrheit der Abgeordneten in Brüssel und Berlin „vom Profit-Streben der Agrar-Industrie“ gelenkt werde. Rechtlich bindend wäre ein erfolgreiches EU-Volksbegehren jedoch nicht.

Einzelhändler wie Lidl, Rewe und Toom sind bienenfreundlich

Betont bienenfreundlich präsentieren sich in diesen Tagen Einzelhändler wie Lidl, Rewe und Toom - aktueller Anlass ist der von den UN ausgerufene internationale „Weltbienentag“, der am Montag stattfand. Der Discounter Lidl zum Beispiel erteilte Tütchen mit Wildblumen-Samen kostenlos an die Kunden, um sie zur Aussaat zu animierten und damit Insekten zu mehr Nahrung zu verhelfen. Die Supermarktkette Rewe startete in Hessen eine Aktion, um den Verbrauchern klar zu machen, wie wichtig die Bienen und andere Bestäuber für die Lebensmittel sind, die sie täglich einkaufen. In den 450 Märkten des Konzerns in dem Bundesland werden diese Produkte bis nächste Woche speziell gekennzeichnet. „Bei Rewe stünden rund 70 Prozent des Sortiments nicht zur Verfügung“, sagte Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) bei der Vorstellung der Aktion in Wiesbaden. Die Baumarkt-Kette Toom wiederum veröffentlichte eine Umfrage, wonach es 81 Prozent der Gartenbesitzer wichtig ist, die Bepflanzung dort insektenfreundlich zu gestalten.

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Beim Deutschen Imkerbund in Bonn begrüßt man die Aktivitäten von Lidl und Co. ausdrücklich. „Das sensibilisiert die Menschen für das Problem“, sagte Sprecherin Petra Friedrich der FR. Die Pro-Bienen-Aktionen hätten bereits viel verändert. Bei Privatleuten, die aus eintönigem Rasen Blühflächen gemacht hätten, aber auch bei Bauern und Kommunen. „Die denken zunehmend um.“

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