Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Aktivistinnen und Aktivisten freuten sich 2015 darüber, dass der damalige Präsident Barack Obama das Keystone XL Projekt ablehnte.Foto: afp
+
Aktivistinnen und Aktivisten freuten sich 2015 darüber, dass der damalige Präsident Barack Obama das Keystone XL Projekt ablehnte.Foto: afp

Keystone XL Pipeline gestoppt

Biden stoppt Pipeline-Bau

  • VonGerd Braune
    schließen

Neuer US-Präsident will kein Öl aus den Teersänden Kanadas haben. Provinz Alberta erwägt, deswegen Schadenersatz von den USA zu verlangen.

Die Regierung der kanadischen Ölprovinz Alberta tobt, Kanadas Premierminister Justin Trudeau ist enttäuscht, Umwelt- und Klimaschützer:innen aber jubeln: Am Tag seiner Amtseinführung hat US-Präsident Joe Biden die Genehmigung für den umstrittenen Bau einer Pipeline, die Öl aus den Ölsandfeldern Albertas in die USA bringen soll, widerrufen. Damit droht dem rund sechs Milliarden Euro teuren Projekt, das Ex-Präsident Donald Trump genehmigt hatte, das Aus.

Der Premier der kanadischen Provinz Alberta, in der die Ölsandfelder liegen, Jason Kenney, schimpfte: „Dies ist ein Schlag in die Magengrube.“ Er kritisierte, dass Biden nicht abgewartet und nicht noch einmal die kanadische Seite angehört habe. „So behandelt man keinen Freund.“ Kanadas Premierminister Justin Trudeau, der sich einerseits dem Klimaschutz verschrieben hat, andererseits aber Keystone XL unterstützt, äußerte sich enttäuscht. Zugleich aber müsse er Biden bescheinigen, „dass er damit ein Wahlkampfversprechen zu Keystone XL erfüllt“.

Dagegen freuen sich Umweltschützer:innen beiderseits der Grenze, die seit mehr als einem Jahrzehnt gegen das Projekt kämpfen. „Präsident Bidens Entscheidung, Keystone XL an seinem ersten Tag abzulehnen, signalisiert eine neue Ära“, sagte Anthony Swift vom Natural Resources Defense Council, einer Umweltorganisation, die die Ölförderung aus Ölsand kritisiert.

US-Medien zitieren zudem Fatith Spotted Eagle von den Indigenen Yankton Sioux in South Dakota. Sie wertete Bidens Entscheidung als bedeutend für die indigenen Völker: „Unsere Rechte wurden anerkannt.“ Eine Überraschung ist Bidens Entscheidung nicht, denn er hatte im Wahlkampf seine Ablehnung des Projekts angekündigt.

Hinter dem Keystone XL-Projekt steht das kanadisch-amerikanische, in Texas ansässige Unternehmen TC Energy. Biden war Vizepräsident unter Barack Obama, als dieser 2015 die Pipeline ablehnte. Trump revidierte diese Entscheidung unmittelbar nach seinem Amtsantritt im Januar 2017.

Die seit mehr als zehn Jahren geplante 1900 Kilometer lange Keystone XL-Pipeline soll täglich bis zu 830 000 Barrel Bitumenöl aus Alberta zu Raffinerien im Süden der USA bringen. Sie soll das existierende Keystone-Pipelinesystem, durch das täglich bis zu 600 000 Barrel Rohöl fließen, ergänzen und erweitern.

Keystone XL soll von Hardity in Alberta durch Montana und Nebraska laufen, wo es mit dem bereits bestehenden Keystone-Pipelinenetz verbunden werden soll. Von dort soll das Schweröl über teils existierende, teils ebenfalls neu zu bauende Leitungen in Raffinerien in Illinois und Texas fließen.

Gegen das Projekt, das auf zehn Milliarden kanadische Dollar – rund sechs bis sieben Milliarden Euro – geschätzt wird, laufen Umweltschützer:innen Sturm, weil sie im Falle von Lecks Schäden für die Umwelt sowie einen hohen Ausstoß von Kohlendioxid bei der Förderung des Öls befürchten. Für Umweltschützer:innen ist Öl aus den Teersänden „schmutziges Öl“. Es wird aus dickflüssigem Bitumen gewonnen. Seine Förderung ist energieintensiv und teuer.

Die Provinz Alberta hat sich mit 1,5 Milliarden kanadischen Dollar an dem Pipelinebau beteiligt. Kenney kündigte an, dass die Provinz rechtliche Schritte erwäge, um die Entscheidung Bidens umzuwerfen oder Schadenersatz zu bekommen. Zudem gehen laut Kenney 2000 Jobs durch den Baustopp verloren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare