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Die Energiewende muss bezahlbar bleiben,

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Bezahlbare Energiewende

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Netzentgelte sind die größte Grauzone, wenn es um die Kosten unseres Stromversorgungssystems geht. Der Kommentar.

Die Netzentgelte sind inzwischen der größte Posten auf den Stromrechnungen der deutschen Haushalte. Sie sind zugleich die größte Grauzone, wenn es um die Kosten unseres Stromversorgungssystems geht. Die Betreiber der Netze sind Monopolisten, deshalb prüft der Staat die Gebühren, die für die Nutzung der Leitungen erhoben werden dürfen. Dazu gehört auch, den Herren der Netze Gewinne zuzubilligen. Denn das schafft Anreize für Investitionen in die Infrastruktur.

Allerdings muss die Frage nach einer angemessenen Rendite erlaubt sein. Bislang wurden Netzbetreibern Renditen von gut neun Prozent zugebilligt. Das ist in Zeiten mit einem extrem niedrigen Zinsniveau – wie gegenwärtig – enorm viel. Deshalb ist es mehr als gerechtfertigt, dass die Bundesnetzagentur die zulässigen Renditen deutlich gekürzt hat. Genauso verständlich ist es aus Sicht von Netzbetreibern, dass sie nun dagegen vor Gericht ziehen.

Doch geringere Renditen haben zweierlei positive Effekte. Zum Einen werden die Verbraucher entlastet – wenn auch nur in einem überschaubaren Maß.

Langfristig noch viel wichtiger ist aber, dass damit der Wettbewerb im Stromsektor gestärkt wird. Denn fast alle Netzbetreiber gehören zu großen Energieunternehmen oder Stadtwerken, die auch Strom und Gas verkaufen. Gewinne aus dem Netzgeschäft können zur Quersubventionierung genutzt werden. Also für günstige Tarife. Und damit können unliebsame Konkurrenten verdrängt werden. Wir brauchen aber Wettbewerb, denn er bringt günstige Preise. Dies wird in Zukunft wichtiger denn je: Die Energiewende muss bezahlbar bleiben, obwohl die Anforderungen an die Netze steigen werden.

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