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Deutschland ist ein Seefahrernation, nur weiß das kaum einer.
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Deutschland ist ein Seefahrernation, nur weiß das kaum einer.

Verbraucherschützer Markus Feck

„Die Beweislast liegt bei den Anlegern“

Was die Banken versäumt haben und was Kunden vor einer Klage beachten sollten – Markus Feck von der Verbraucherzentrale NRW klärt auf.

Herr Feck, worüber hätten die Banken unbedingt aufklären müssen, wenn sie Schiffsfonds vermitteln wollten?

Erstens hätten die Geldinstitute immer klarmachen müssen, dass es sich um eine unternehmerische Beteiligung an einem Schiff handelt, mit der das Risiko eines Totalverlustes verbunden ist. Schiffsfonds sind keine sicheren Anlagen zur Altersvorsorge. Dann hätten sie darauf hinweisen müssen, dass Kommanditisten schlimmstenfalls erfolgte Ausschüttungen zurückzahlen und sogar – je nach Konstruktion des Fonds – neues Geld nachschießen müssen. Und zuletzt hätte unbedingt erwähnt werden müssen, dass die Laufzeiten meist bei 15 bis 20 Jahren liegen. Vorher kommt man an sein Geld so gut wie nicht ran.

Viele Anleger merken erst jetzt, auf was sie sich eingelassen haben. Was sollte man tun, wenn die Fondshäuser nun um frisches Geld werben, um die Investments zu retten?

Man sollte sich ganz genau das Sanierungskonzept anschauen, auf dem die Bitte um neues Kapital beruht. Die darin enthaltenen Annahmen sind genau zu prüfen. Immerhin wurde der Fonds auf genau solchen Annahmen initiiert – und ist damit auf Grund gelaufen.

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Warum sollte es jetzt anders sein?

Es ist sehr fraglich, ob man dem guten Geld noch schlechtes hinterherwerfen sollte.

Also lieber klagen?

Ich sehe den Weg des Schadenersatzanspruches als den effektivsten an. Ansprüche gegen die Fondsgesellschaften bestehen in vielen Fällen nicht oder wären wegen derer finanziellen Möglichkeiten nicht erfolgversprechend, weshalb sich viele Anwälte auf die vermittelnden oder beratenden Geldhäuser konzentrieren.

Wie stehen die Chancen?

Es kommt immer auf die Beweislage an. Die Anleger müssen beweisen können, dass sie falsch beraten oder nicht über Risiken aufgeklärt wurden. Sie tragen das Prozesskostenrisiko. Ohne Rechtsschutzversicherung ist das schwierig.

Oft war bei einem Beratungsgespräch nur der Lebenspartner dabei. Kann der auch als Zeuge auftreten? Der Ehegatte zählt als Zeuge genauso wie jeder andere auch, er gilt nicht von vornherein als befangen oder Ähnliches.

Worauf achten die Gerichte noch?

Neben der Beweislage ist der Erfahrungshorizont eines Anlegers oft mitentscheidend. Wer früher schon komplexere Finanzprodukte, verbunden auch mit höherem Risiko, im Depot hatte oder gar nennenswerte Verluste hinnehmen musste, der hat es sehr schwer, später wegen mangelnder Aufklärung zu Fondsrisiken einen Prozess zu gewinnen.

Das Gespräch führte Jörg Wagner.

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