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"Maklergebühren lassen die Kosten beim Wohnungs- oder Hauskauf explodieren", so Katarina Barley.

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Wer bestellt, soll blechen

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BundesjustizministerinKatarina Barley fordert: Immobilienverkäufer sollen künftig den Makler zahlen.

Wie schon bei der Vermietung von Wohnungen sollen nach dem Willen von Bundesjustizministerin Katarina Barley auch bei Immobilienverkäufen bald die Auftraggeber die Maklergebühr bezahlen. „Ich werde dafür sorgen, dass dieses Besteller-Prinzip für den Immobilienverkauf rasch eingeführt wird“, sagte die SPD-Politikerin der „Rheinischen Post“, ohne ein genaues Datum zu nennen. „Maklergebühren lassen die Kosten beim Wohnungs- oder Hauskauf explodieren“, so Barley. Durch das Besteller-Prinzip würden die Käufer spürbar entlastet. „Denn meistens wird der Makler für den Verkäufer tätig, nicht für den Käufer.“

Maklergebühren stünden überdies gerade in Gegenden mit angespanntem Wohnungsmarkt in keinem Verhältnis zur erbrachten Leistung. Auch deshalb müsse beim Immobilienkauf der Grundsatz gelten: „Wer bestellt, der zahlt auch.“

Der Verband der Haus- und Grundeigentümer widersprach dem am Donnerstag. „Wir sind der Auffassung, dass es einer solchen Regelung nicht bedarf“, sagte Verbandssprecher Alexander Wiech. „Denn es wird dadurch nicht automatisch günstiger für die Käufer. Die Verkäufer werden nämlich versuchen, die Maklergebühr in den Verkaufspreis einzupreisen. Damit würde dann für den Käufer auch die Grunderwerbssteuer steigen.“ Der Verband rate den Käufern deshalb, die Gebühr zu verhandeln. Dies habe Aussicht auf Erfolg.

Im Bundesjustizministerium wird auf den Wohngipfel von Bund, Ländern und Kommunen verwiesen, der am 21. September in Berlin stattfand. Dort hatte man sich im Grundsatz auch darauf verständigt, die Maklerkosten beim Erwerb selbst genutzten Wohnraums zu senken. Die innerministerielle Prüfung, wie dies geschehen könne, hat nun zu dem Plan geführt, den Verkäufer zur Zahlung der Courtage zu verpflichten. Ob die Union diesem Plan zustimmt, blieb am Donnerstag zunächst unklar.

Aus der Sicht des Justizministeriums schränken Maklergebühren und Grunderwerbssteuer gerade vermögensschwache Kaufinteressenten in ihren Möglichkeiten stark ein. Denn beides zusammen fresse das vorhandene Eigenkapital oft schon auf. Auch wird darauf verwiesen, dass die Courtage in ihrer Höhe nicht gedeckelt sei; in Berlin etwa betrage sie oft sieben Prozent und mehr.

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