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Landwirte sind nach Jahren der Krise im Aufwind.

Landwirtschaft

Bessere Zeiten für die Bauern

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Die wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft hat sich nach einigen Krisenjahren wieder erholt. Auch die Verbraucher könnten laut Bauernverband auf längere Sicht mit relativ stabilen Preisen rechnen.

Die Bauern gelten in Deutschland und den anderen EU-Staaten gemeinhin als Klageweiber der Nation. Wenn man sie nach ihrem Befinden fragt, ist immer alles ganz fürchterlich: Der Preisverfall an den Märkten, die Agrarpolitik, die Bürokratie. Das Klagen gehört bei den Landwirten ganz besonders zum Geschäft, denn sie sind schließlich auf die dauerhafte Unterstützung seitens der öffentlichen Hand angewiesen.

So gesehen ist die jüngste Wortmeldung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) bemerkenswert: Wie die Lobby-Organisation am Dienstag in Berlin mitteilte, hat sich die wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2016/17 in allen wichtigen Betriebszweigen erholt. Es sei sogar möglich, dass sich der positive Trend fortsetze, sagte DBV-Präsident Joachim Rukwied. „Die Hoffnungen liegen auf stabilen europäischen und internationalen Agrarmärkten.“ Auch die Verbraucher könnten auf längere Sicht mit relativ stabilen Preisen rechnen.

Aufwind nach den Krisenjahren

Die Agrarbranche hat einige Krisenjahre hinter sich, jetzt geht es aber in zahlreichen Segmenten wieder aufwärts. So konnten zuletzt etwa die Milchviehbetriebe ihre Umsätze und Ergebnisse verbessern. Die Erzeugerpreise sind hier deutlich gestiegen, die Phase des massiven Überangebots und der Dumping-Preise ist erst einmal vorbei. Das hängt aber auch damit zusammen, dass etliche Milchbetriebe in der Krise geschlossen wurden. Die Kunden hatten die Trendwende im Supermarkt zuletzt in Form deutlich steigender Milch- und Butterpreise zu spüren bekommen.

Auch in Mast- und Veredlungsbetrieben geht es wieder aufwärts, im Weinbau und in den Öko-Betrieben ist die Situation einigermaßen stabil. Viele Ackerbaubetriebe hingegen meldeten wegen niedriger Getreideernten und Erzeugerpreise rückläufige Ergebnisse. Aus dem Gröbsten raus ist die Agrarbranche nach DBV-Darstellung gleichwohl immer noch nicht. Das Gewinn-Niveau vor den beiden vorangegangenen Krisenjahren werde „noch deutlich verfehlt“, sagte Bauernpräsident Rukwied.

Unternehmensergebnisse um ein Drittel verbessert

Im Durchschnitt hätten sich die Unternehmensergebnisse der Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2016/17 um ein Drittel auf 56.800 Euro je Betrieb verbessert, teilte der Verband mit. Dies seien knapp 38.900 Euro je Arbeitskraft, was einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3200 Euro entspreche.

Davon müssten vor Steuern derzeit noch zirka 630 Euro für die landwirtschaftlichen Sozialkassen sowie für existenzsichernde Neuinvestitionen aufgewendet werden.

Die Nebenerwerbsbetriebe erzielten den Angaben zufolge im Schnitt ein Ergebnis von 11.800 Euro, was einem Rückgang um 1000 Euro entspreche. Die Agrargenossenschaften in den östlichen Bundesländern schlossen das Wirtschaftsjahr im Durchschnitt mit einem Überschuss von 16.000 Euro ab, nachdem sie zuvor noch einen Fehlbetrag von 88.000 Euro verbucht hatten. Das Wirtschaftsjahr dauert in der Landwirtschaft stets vom 1. Juli bis zum 30. Juni.

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