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Lebensmittel

Besser kennzeichnen

  • VonSophie Herr
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In der Ernährungs- und Lebensmittelpolitik muss dringend gehandelt werden. Eine neue Bundesregierung muss diese Themen endlich anpacken. Die Gastwirtschaft.

Die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher finden beim Lebensmitteleinkauf was sie suchen. Die Vielfalt im Einkaufswagen kann jedoch nicht über den Vertrauensverlust von Verbrauchern gegenüber Politik und Wirtschaft hinwegtäuschen. Denn laut einer aktuellen Umfrage des VZBV meinen knapp zwei Drittel der Verbraucher, die Politik kümmere sich zu wenig um Verbraucherbelange bei Lebensmitteln. Gleichzeitig ist die Skepsis gegenüber Herstellern und Angaben auf Lebensmittelverpackungen groß.

In der Ernährungs- und Lebensmittelpolitik liegt einiges im Argen. Handlungsbedarf besteht etwa bei der Lebensmittelüberwachung, und das nicht erst seit dem Fipronil-Skandal vom Sommer 2017. Hier braucht es deutlich mehr Personal und eine bessere Vernetzung der verschiedenen Kontrollbehörden. Gleichzeitig muss an der Krisenkommunikation gearbeitet werden. Im Falle von Lebensmittelwarnungen ist es wichtig, dass Verbraucher schnell, einheitlich und verständlich über mögliche Gefahren informiert werden.

Auch bei der Förderung gesunder Ernährung und der Kennzeichnung von Lebensmitteln muss sich etwas tun. Denn Deutschland wird immer dicker. Damit ist neben steigenden Gesundheitskosten vor allem individuelles Leid verbunden. Mögliche Schritte wären die Einführung einer Nährwertampel, die Verbrauchern Orientierung beim Lebensmitteleinkauf bietet, sowie die Reduzierung von Zucker, Fett und Salz in verarbeiteten Lebensmitteln. Doch ein Blick über den Tellerrand zeigt: Während andere Länder wie Frankreich und Großbritannien tätig werden, hinkt Deutschland bislang hinterher.

Außerdem fordern Verbraucher mehr Transparenz bei der Kennzeichnung von Fleischprodukten. Beim Kauf sollte klar erkennbar sein, wie das Tier gehalten wurde und woher es stammt. Dass Union und SPD ein staatliches Tierwohl-Label einführen wollen, ist zu begrüßen. Allerdings müssen den Worten nun ambitionierte Vorschläge und eine zügige Umsetzung folgen.

In die Lebensmittel- und Ernährungspolitik muss neuer Schwung kommen, denn es gibt viel zu tun. Eine neue Bundesregierung muss diese Themen endlich anpacken statt sie, wie bislang, auf die lange Bank zu schieben.

Die Autorin ist Leiterin Team
Lebensmittel beim Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV).

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