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Druckmaschinen

Beschäftigte bangen wegen Fusionsgerücht

Die einen sind groß im Druck von Katalogen, die anderen in der Zeitungsproduktion: Die Maschinenbauer Heidelberger Druck und Manroland erwägen eine Fusion. Beschäftigte sind alarmiert. Von Antje Schüddemage

Von Antje Schüddemage

Die weltweite Absatzkrise führt offenbar zu einer Konzentration in der Druckbranche. Schon seit längerem sorgt das Für und Wider einer Fusion der beiden angeschlagenen Druckmaschinen-Hersteller Heidelberger Druck und Manroland für reichlich Gesprächsstoff. Jetzt scheinen die Pläne konkret zu werden.

Inzwischen würden "auf höchster Ebene und mit Ernsthaftigkeit" Gespräche geführt, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) aus dem Umfeld der Konzerne. Von keiner der beiden Firmen ist bisher eine Stellungnahme zu erhalten.

Der Heidelberg-Konzern ist Weltmarktführer im Bogenoffset unter anderem für Kataloge mit einem Marktanteil von mehr als 40 Prozent, Manroland ist die globale Nummer eins im Rollenoffset für den Zeitungsdruck. Bereits vor mehr als einem Monat hatte der Börsenbrief Platow Brief geschrieben, Manroland denke über eine Verstärkung im Bogenoffset nach.

Heidelberg-Chef Bernhard Schreier habe jedoch zurückhaltend reagiert, da sich das Unternehmen bei einer Fusion aus kartellrechtlichen Gründen vermutlich vom Bogengeschäft trennen müsste. Das sei bereits bei einer Prüfung möglicher Fusionsfolgen unter dem einstigen Heidelberg-Chef Hartmut Mehdorn herausgekommen.

Tatsächlich könnte die Zustimmung der Wettbewerbsbehörde eine der größten Hürden für eine Konsolidierung in der Branche darstellen. Denn es gibt nur wenige große Anbieter, die den Markt untereinander aufteilen. Neben Heidelberger Druck und Manroland ist das in Deutschland noch Koenig&Bauer.

Weitere bedeutende Hersteller sitzen in Japan. Im Geschäftsfeld Bogenoffset kämen die Unternehmen zusammen auf einen Weltmarktanteil von rund 65 Prozent. Nach Informationen der FAZ geht man aber offenbar in den beiden Konzernzentralen in Offenbach und Heidelberg davon aus, dass die EU-Kommission der Fusion unter Auflagen zustimmen würde.

Manroland habe angeblich bereits die Deutsche Bank als Berater engagiert, Heidelberg setze auf die Dienste der Investmentbank Merrill Lynch.

Auszugehen scheint der Anlauf für eine Fusion von der Allianz, die mit zwölf Prozent an Heidelberg beteiligt ist und über ihre Finanz-Tochter mit 65 Prozent an Manroland. Ursprünglich wollte Manroland an die Börse gehen und die Allianz auf diese Weise ihren Anteil verringern.

Bei Manroland ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern im abgelaufenen Geschäftsjahr von 125 Millionen auf 52 Millionen Euro eingebrochen. Deutlich schlimmer sieht es bei Heidelberg aus: Das Unternehmen wies im Geschäftsjahr 2008/09 per Ende März einen operativen Verlust von 228 Millionen Euro aus und musste als erstes großes Industrieunternehmen mit staatlichen Bürgschaften gestützt werden. Im Vorjahr gab es noch einen Gewinn von 268 Millionen Euro.

Die Beschäftigten sind beunruhigt wegen der Fusionsgerüchte. Sie befürchten einen großen Stellenabbau. Bereits zuvor hatte Heidelberg angekündigt, sich von rund einem Viertel der zuletzt 20.000 Arbeitnehmer zu trennen. (mit dpa)

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