Berufskrankheiten

Immer weniger Gewerbeärzte

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Die Zahl der anerkannten Berufskrankheiten steigt - doch staatliche Gewerbeärzte, die bei der Begutachtung eine wichtige Rolle spielen, gibt es immer weniger.

Trotz stark ansteigender Fallzahlen bei Berufskrankheiten ist die Zahl staatlicher Gewerbeärzte, die im Anerkennungsprozess eine wichtige Rolle spielen, in den letzten zehn Jahren massiv gesunken. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linken hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt.

Gab es 2007 bundesweit noch 109 Gewerbeärzte, waren es 2017 nur noch 68. Das entspricht einem Rückgang um 38 Prozent. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der angezeigten Berufskrankheiten um 23 Prozent gestiegen – von 61.150 im Jahr 2007 auf 75.187 im Jahr 2017. Die Anerkennungsquote stieg von 22 auf 26 Prozent. Noch deutlicher fällt der Rückgang der Gewerbeärzte aus, wenn man den Zeitraum der vergangenen 20 Jahre betrachtet. Gab es 1997 bundesweit noch 158 Gewerbeärzte, so hat sich deren Zahl bis heute mehr als halbiert. Statistisch gesehen war jeder einzelne Gewerbearzt im Jahr 2017 für 588.000 Beschäftigte zuständig. 1997 waren es noch 215.000.

Erkrankte Arbeitnehmer, die eine Anerkennung ihrer Beschwerden als Berufskrankheit erreichen wollen, müssen einen mehrstufigen Begutachtungsprozess durchlaufen. Ein Facharzt untersucht Betroffene und erstellt ein Gutachten. Gewerbeärzte, in der Regel Beamte der Bundesländer, sind an dem Prozess beteiligt. Sie prüfen und beurteilen die medizinischen Gutachten.

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