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Solarstrom kann in Weltregionen mit hoher Sonneneinstrahlung für zwei bis drei Cent pro Kilowattstunde erzeugt werden.

Analyse

Bergbau mit Ökostrom

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Viele Bergbaufirmen setzen auf Solar- und Windkraft. Das senkt Kosten und reduziert den ökologischen Rucksack vieler Produkte. Die Analyse.

Die erneuerbaren Energien sind extrem billig geworden. Solarstrom kann in Weltregionen mit hoher Sonneneinstrahlung für zwei bis drei Cent pro Kilowattstunde erzeugt werden. In einer Ausschreibung für einen riesigen Solarpark mit fünf Gigawatt Spitzenleistung im Emirat Dubai boten Hersteller den Strom jüngst sogar für nur rund 1,5 Cent an. Ein Signal, dass Solar- und Windkraft in immer mehr Fällen an die Stelle von fossilen Energien treten können, kommt nun aus einer der schmutzigsten Branchen überhaupt: von Bergbau-Konzernen.

So hat der weltgrößte Bergbau-Konzern BHP für seine Kupferminen in Chile beschlossen, alle Lieferverträge für Kohle zu kündigen, mit der die Energie für Abbau und Verarbeitung des Metallerzes bisher produziert wird. Das britisch-australische Unternehmen will dort ab 2021/22 komplett auf Solarenergie und Wasserkraft umsteigen, wobei letztere die Versorgung auch sicherstellen soll, wenn die Sonne zu wenig Energie liefert. Die Minenanlagen, die weltweit größten für Kupfer, sind dabei wahre Stromfresser, rund sechs Prozent des chilenischen Stromverbrauchs gehen auf ihr Konto. Entsprechend positiv sind die Folgen der Umstellung für Klima und Umwelt, denn der Konzern vermeidet damit jährlich rund drei Millionen Tonnen CO2. Das entspricht BHP zufolge den Emissionen von rund 700.000 Autos.

Auch andere Bergbauunternehmen, zum Beispiel der Konzern „OZ Minerals“ mit seinen Nickel-Minen und „Element 25“, das ein „Green Metals“-Projekt aufgelegt hat, stellen auf Erneuerbare um. OZ will zum Beispiel 70 bis 80 Prozent seiner Energie aus Solar- und Windkraft beziehen. Natürlich machen die Konzerne das nicht hauptsächlich, um als Klimaschützer auftreten zu können. Es geht schlicht auch um Profit. BHP zum Beispiel gibt an, dank der jetzt abgeschlossenen Ökostrom-Lieferverträge bei den Energiekosten rund 20 Prozent zu sparen.

Die Ankündigungen aus der Bergbau-Branche sind aber noch aus einem anderen Grund bedeutsam. Eine zunehmende Umstellung der Rohstoff-Gewinnung und -Verarbeitung auf grüne Energie hätte nicht nur einen direkten Klimaschutz-Effekt, sondern auch Folgen für den nötigen Umbau des Energie-, Industrie- und Verkehrssystems. Denn auch die aus dem Bergbau kommenden Materialien würden damit immer „sauberer“, und somit verkleinerte sich auch der ökologische Rucksack zum Beispiel von Photovoltaik-Anlagen und Elektro-Autos.

Zu Recht fordert daher der Energieexperte und Ex-Grünen Bundestagsabgeordnete Hans-Josef Fell, solche Entwicklungen in den Ökobilanzen für diese Produkte zu berücksichtigen. E-Autos zum Beispiel schneiden derzeit in solchen Kalkulationen bisher nicht sehr viel besser als Benziner oder Diesel ab, weil die Rohstoffgewinnung und die Produktion der Batterien große Energiemengen erfordert – und diese zum großen Teil noch aus Kohle- und Erdgaskraftwerken stammen. Das könnte sich zukünftig ändern. Und umso mehr, wenn in Zukunft auch das klimafreundliche Recycling der Rohstoffe, die etwa in den Batterien verbaut werden, nach dem Ende von deren Nutzung sichergestellt wird. Denn sie zu verwenden ist ökologisch noch weitaus günstiger, als neue Ressourcen in den Minen abzubauen, mit wie viel Öko-Energie das auch geschehen mag.

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