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Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU)
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Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU)

Arbeitsmarkt

Begehrte Fachkräfte gibt es so nicht

  • VonEva Roth
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Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen will die Arbeitsmarktpolitik verändern. Vor allem sollen einige Maßnahmen zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt gekürzt werden - laut Skeptikern bringt das allerdings kaum Spareffekte.

Die Pläne von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen für eine neue Arbeitsmarkt-Politik stoßen bei Forschern auf gemischtes Echo. Große Einsparungen werden die Vorschläge nicht bringen, meinen Insider.

Die CDU-Politikerin will die Zahl der Förderungen für Arbeitslose oder Jugendliche ohne Ausbildungsstelle verringern und einige Instrumente ändern. Wegfallen sollen die Zuschüsse an Betriebe, die jungen Menschen eine Ausbildungsstelle bieten, die schon seit mehr als einem Jahr auf der Suche nach einer Lehrstelle sind. Wenn sich Arbeitslose selbstständig machen, soll es dafür künftig weniger Geld geben.

Große Mitnahme-Effekte

Von der Leyen versuche, genauer zu schauen, ob Förderungen wirklich den gewünschten Zweck erfüllen, meint Arbeitsmarktexperte Holger Bonin vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Pilotprojekte würden wissenschaftlich geprüft, und wenn sie nicht ausreichend wirksam sind, eben wieder eingestellt. Das sei ein vernünftiger Ansatz.

Bei den Boni für Firmen, die Altbewerbern eine Lehrstelle bieten, gebe es große Mitnahme-Effekte. 80 Prozent der Firmen hätten die Leute auch ohne staatlichen Zuschuss eingestellt, habe eine ZEW-Untersuchung gezeigt. Es ist unbestritten, dass viele Altbewerber Probleme auf dem Ausbildungsmarkt haben und gefördert werden sollten. Nur: Der Bonus sei kein gutes Mittel, meint Bonin. So können auch Firmen Geld erhalten, die einen Gymnasiasten einstellen, der nach dem Abi eine Weltreise gemacht hat.

Hilfen für junge Menschen im Fokus

Gerade Hilfen für junge Menschen bis 24 Jahre müssten durchforstet und auf ihre Effizienz untersucht werden, betont der Forscher. Das ZEW habe versucht, sich einen Überblick über Arbeitsmarkt-Programme für Jugendliche zu verschaffen – und beim 728. Programm aufgehört zu zählen. Nicht nur die BA, auch Ministerien und Länder würden Hilfen anbieten. Hier blicke kaum jemand noch durch. Unterm Strich seien die Vorschläge der Ministerin „keine revolutionäre Neuordnung der Arbeitsmarktpolitik“.

Insider aus der Arbeitsagentur finden die Vorschläge im Prinzip okay, weil die Zahl der Instrumente gestrafft wird. Derzeit gebe es sechs verschiedene Eingliederungszuschüsse, die man zusammenfassen sollte. Im großen Stil sparen werde die Bundesagentur für Arbeit (BA) aber nicht, wenn die Pläne Wirklichkeit werden. Denn viele Hilfen, die wegfallen, werden schon jetzt kaum noch gewährt. Lediglich die Kürzungen beim Gründungszuschuss könne „nennenswerte Einsparungen“ bringen. Die BA kalkuliert, dass sie bis 2015 ein Defizit von neun Milliarden Euro anhäuft.

„Kein Beitrag, um Fachkräftemangel zu verringern“

Arbeitsmarkt-Experte Gerhard Bosch kann in den Plänen kein Zukunftskonzept entdecken. „Das ist kein Beitrag, um künftig den Fachkräftemangel zu verringern“, betont der Direktor des Instituts Arbeit und Qualifikation der Uni Duisburg-Essen. Bosch plädiert dafür, mehr Arbeitslosen eine Weiterbildung zu ermöglichen, die zu einem ordentlichen Berufsabschluss führt. Derzeit förderten die Arbeitsagenturen fast nur noch kurze Kurse. Damit könne man aber niemanden zu einer begehrten Fachkraft ausbilden.

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