Bayer

Appell zu Mediation

Glyphosat: Bayer soll eine gütliche Einigung suchen.

Zwei Mal hat Bayer bereits in Prozessen um angebliche Krebsrisiken von Produkten der Tochter Monsanto Schlappen einstecken müssen – nun soll der Agrarchemie- und Pharmakonzern nach dem Willen eines US-Richters nach einer gütlichen Einigung mit Klägern suchen.

Der zuständige US-Richter Vince Chhabria, bei dem mehrere Hundert Klagen von Landwirten, Gärtnern und Verbrauchern gebündelt sind, forderte Bayer und die Anwälte der Gegenseite auf, einen Mediator einzuschalten. In diesem Zusammenhang strich der Richter einen für Mitte Mai angesetzten Prozess vorerst. Sollten sich die beiden Seiten nicht einigen können, werde ein Vermittler gerichtlich bestellt. Bereits vergangene Woche hatte es Spekulationen über eine Aufforderung zur Mediation gegeben.

„Wir werden selbstverständlich dem Beschluss des Gerichts hinsichtlich des Eintritts in eine Mediation Folge leisten“, sagte Bayer-Sprecher Rolf Ackermann. Allerdings befinde sich der Verfahrenskomplex nach erst zwei Jury-Urteilen noch in einer frühen Phase, zumal in noch keinem Fall die Berufung durchlaufen worden sei. Bayer konzentriere sich daher weiterhin darauf, die eigenen glyphosatbasierten Herbizide und deren Sicherheit vor Gericht zu verteidigen.

Bayer hatte Ende März einen richtungweisenden Fall am Bundesbezirksgericht in San Francisco unter Vorsitz von Chhabria verloren. Die Jury urteilte, dass Monsanto für Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup haftbar ist und dem Kläger Schadenersatz in Höhe von 80,3 Millionen Dollar zahlen muss. (dpa)

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