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Bilfinger-Chef   Bodner bei seiner letzten Bilanzvorlage.
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Bilfinger-Chef Bodner bei seiner letzten Bilanzvorlage.

Bilfinger Berger

Das Bauunternehmen setzt auf Atomkraft-Ende

Aus Sicht des scheidenden Konzernchefs Herbert Bodner bietet der Umbau der Energieversorgung hin zu Erneuerbaren für die Geschäfte von Bilfinger Berger in Deutschland „mehr Chancen als Risiken“.

Von Jutta Maier

Die Mannheimer sind als Dienstleister für 15 der 17 deutschen Atomkraftwerke aktiv, setzen mit Wartung und Instandhaltung aber nur etwa 20 Millionen Euro jährlich um. „Das Abschalten von Kernkraftwerken wäre nicht geschäftsschädigend“, sagte Bodner. Vielmehr biete der Rückbau von Meilern „größere Chancen“. International sei hingegen „überhaupt nicht abzusehen, dass weniger in den Neubau von Atomkraftwerken gesteckt wird“. Bodner übergibt seinen Posten am 1. Juli an den früheren hessischen Ministerpräsident Roland Koch.

Bilfinger Berger ist vor allem in Finnland und Frankreich beim Neubau und der Ertüchtigung von Atomkraftwerken aktiv. Für Bodner führt beim Ausstieg aus der Atomkraft in Deutschland kein Weg an zusätzlicher Energieerzeugung aus fossilen Kraftwerken vorbei. Hier könne Bilfinger davon profitieren, wenn Kohlekraftwerke modernisiert und renoviert werden. Auch die Weiterentwicklung der C02-Speichertechnologie könne ein Geschäft sein. Der Konzern ist zudem am Bau von Fundamenten für Offshore-Windkraftanlagen in Ost- und Nordsee beteiligt.

Roland Koch war bei der Präsentation der Bilanz gestern nicht dabei. Er war Anfang März in den Bilfinger-Vorstand eingezogen. Bodner, der Bilfinger zwölf Jahre lang leitete, übergibt Koch ein gut bestelltes Haus: Der Gewinn verdoppelte sich 2010 auf 284 Millionen Euro, alle Sparten trugen dazu bei. Die bereits fortgeschrittene Umwandlung vom Baukonzern zum Dienstleister dürfte auch unter Kochs Ägide weitergehen. Nach dem Verkauf der australischen Tochter Valemus trägt das risikoreiche, klassische Baugeschäft nur noch 20 Prozent zum Umsatz bei. Schon jetzt erwirtschaftet Bilfinger mit dem lukrativen Dienstleistungsgeschäft den Löwenanteil und will dieses auch über Zukäufe stärken. Rund eine Milliarde Euro stünden für solche Investitionen zur Verfügung, so Bodner.

Rückzug aus Nigeria

Beim Baugeschäft will sich Bilfinger künftig auf Europa beschränken. In der Folge steht der Verkauf des Kläranlagenbau-Geschäfts der US-Beteiligungsgesellschaft Fru-Con auf der Agenda. Darüber hinaus wollen sich die Mannheimer aus dem nigerianischen Baukonzern Julius Berger zurückziehen, an dem sie mit 49 Prozent beteiligt sind.

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