+
Logo des Chemieunternehmens BASF.

Chemiekonzern

BASF verhagelt Libyen-Konflikt das Geschäft

Erst seit einem Monat fließt wieder Öl durch die BASF-Pipelines in Libyen. Das fehlende Geschäft kostet den Chemiekonzern im dritten Quartal sechs Prozent Betriebsgewinn, der auf 1,96 Milliarden Euro sank. BASF will trotz kräftig gestiegenem Umsatz weiter sparen.

Die Produkte des Chemiekonzerns BASF erfreuen sich einer hohen Nachfrage. Dennoch sieht das dritte Quartal nicht so rosig aus wie die vorigen, obwohl sich BASF trotz zunehmender Konjunkturrisiken gut behauptet. In fast allen Geschäftsfeldern habe der Konzern beim Absatz das Vorjahresniveau erreicht, erklärt BASF zur Vorlage des Zwischenberichts für die Monate Juli bis September.

Konzernchef Kurt Bock sieht aber härtere Zeiten anbrechen. So bauten Chemiekunden ihre Vorräte ab und verzögerten zum Teil Bestellungen, was sich auch vierten Quartal fortsetzen werde. Dennoch bekräftigte Bock die Konzernziele für das Gesamtjahr: Danach soll 2011 der Umsatz signifikant steigen. Bereinigt um nicht anrechenbare Ölfördersteuern soll der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen deutlich zunehmen.

Bock will „in Kürze“ ein neues Strategieprogramm für den Konzern mit derzeit weltweit rund 103.800 Beschäftigten veröffentlichen. Er hatte im Mai den langjährigen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Hambrecht abgelöst.

Die BASF-Aktie legte vorbörslich zu. Das Papier lag am Morgen bei Lang & Schwarz 3,7 Prozent im Plus.

„Auch bei aktuell guten Ergebissen bleiben wir vorsichtig, denn die wirtschaftliche Dynamik wird sich voraussichtlich weiter abschwächen“, sagte Bock. Im dritten Quartal sank vor Sondereinflüssen - wie etwa Restrukturierungen - der Betriebsgewinn (Ebit) binnen Jahresfrist um 11,3 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro. Damit schnitt der Konzern aber besser ab als von Analysten erwartet.

Ein Jahr zuvor hatte BASF noch in Libyen Ergebnisse aus der Erdölförderung erzielt. Wegen der Unruhen konnte BASF dort im dritten Quartal nicht fördern. Das Libyen-Geschäft herausgerechnet nahm der bereinigte Betriebsgewinn um sechs Prozent zu. BASF hatte die Förderung in dem nordafrikanischen Land erst in diesem Monat wieder aufgenommen.

BASF setzte in den Sommermonaten 17,6 Milliarden Euro um - ein Plus von 11,6 Prozent. Gestiegene Rohstoffkosten seien in fast allen Bereichen über höhere Preise an die Kunden weitergereicht worden, erklärte der Konzern. Zu dem Umsatzanstieg trug auch die Übernahme des Spezialchemiekonzerns Cognis bei - vor allem in Europa und in den USA. Der Konzernüberschuss sank um 4,3 Prozent auf 1,19 Milliarden Euro.

Angesichts der schwächer werdenden Konjunktur will der Konzern nun weiter sparen, um seine Ertragskraft zu sichern. „Daueraufgabe bleibt es, die Kosten weiter zu reduzieren und die Effizienz zu erhöhen“, sagte Bock. Das Geschäft in den Wachstumsmärkten soll weiter ausgebaut werden. Seinen Aktionären machte BASF trotz des härteren Wirtschaftsumfelds Mut. „Wir werden 2011 wiederum eine hohe Prämie auf unsere Kapitalkosten verdienen,“ sagte Finanzchef Hans-Ulrich Engel. Dieses Kriterium ist für den BASF-Konzern der Gradmesser für die Höhe der Dividende. Für das Jahr 2010 hatten die Aktionäre 2,20 Euro erhalten. (rtr)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare