BASF startet durch in 2011

Mit glänzenden Geschäftszahlen hat sich der langjährige Vorstandschef der weltgrößten Chemiekonzerns BASF, Jürgen Hambrecht ...

Mannheim/Ludwigshafen. Mit glänzenden Geschäftszahlen hat sich der langjährige Vorstandschef der weltgrößten Chemiekonzerns BASF, Jürgen Hambrecht aus seinem Amt verabschiedet.

BASF hat das Jahr vor allem dank des anhaltenden Asien-Booms und der Übernahme des Spezialchemieunternehmens Cognis mit neuen Rekordwerten bei Umsatz und Ergebnis begonnen. "Die BASF ist kraftvoll in dieses Jahr gestartet", sagte Hambrecht am Freitag auf der Hauptversammlung in Mannheim vor rund 6500 Aktionären.

Für den 64-Jährigen war es nach acht Jahren der letzte Tag als BASF-Vorstandschef. Sein Nachfolger ist der bisherige Finanzvorstand Kurt Bock. Mit der früheren Bahn-Managerin Margret Suckale zieht erstmals eine Frau in den Vorstand des Ludwigshafener Konzerns ein.

Hambrecht sagte, BASF plane weiterhin, die Spitzenwerte von 2010 bei Umsatz und Ergebnis in diesem Jahr "signifikant" zu übertreffen. Die Anlagen seien gut ausgelastet. Insbesondere im Chemiegeschäft sei die Nachfrage in den ersten drei Monaten des Jahres gestiegen. Zulegen konnte BASF in allen Regionen und allen Geschäftsbereichen.

Im ersten Quartal erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten um knapp 40 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von rund 2,4 Milliarden Euro, vor einem Jahr war es rund eine Milliarde. Der Umsatz kletterte um ein rund ein Viertel auf 19,4 Milliarden Euro. Bei allen Kennziffern übertraf BASF deutlich die Schätzungen der Analysten.

Hambrecht sagte, die Katastrophe in Japan und die angespannte politische Lage in Nordafrika hätten sich zum Jahresstart "nicht wesentlich auf unser Geschäft ausgewirkt." Sorge bereitet dem Konzern aber vor allem die Lage in Libyen. Seit dem Ausbruch der Unruhen dort stehen die Förderanlagen der BASF-Tochter Wintershall still. Im vergangenen Jahr setzte BASF rund 1,7 Milliarden Euro in Nordafrika um, den größten Teil davon in Libyen. Wintershall ist seit 1958 in dem Land und förderte dort bislang täglich bis zu 100 000 Barrel Öl.

Auch vor möglichen Folgen des Erdbebens in Japan warnt der Chemiekonzern. Lieferengpässe etwa bei elektronischen Bauteilen aus Japan könnten Produktionsausfälle in einigen BASF-Abnehmerindustrien nach sich ziehen. Besonders betroffen dabei seien die Automobil- und Elektroindustrie.

Kritik gab es von einzelnen Aktionären vor allem an den Investitionen der BASF in die Pflanzen-Gentechnik. Der Vorstand verteidigte die Schwerpunktsetzung. "Die BASF setzt eindeutig auf diese Technologie", sagte Vorstandsmitglied Stefan Marcinowski.

Für die Aktionäre machen sich die guten BASF-Geschäfte des Jahres 2010 bezahlt: Sie bekommen mit 2,20 Euro je Aktie eine deutlich höhere Dividende als im Vorjahr (1,70 Euro). Die BASF beschäftigt weltweit rund 109 000 Mitarbeiter. (dpa)

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