+
Bis zum Jahresende sollen mindestens 2.000 Arbeitsplätze bei BASF gestrichen werden.

Chemische Industrie

BASF baut in der Krise Arbeitsplätze ab

Gedrosselte produktion und Kurzarbeit: Im Sog der weltweiten Wirtschaftskrise ist der Chemiekonzern BASF schwach ins neue Jahr gestartet. Bis zum Jahresende sollen mindestens 2.000 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Mannheim. Im Sog der weltweiten Wirtschaftskrise ist der Chemiekonzern BASF wie auch seine Konkurrenten zuvor schwach ins neue Jahr gestartet.

"Die Nachfrage nach chemischen Produkten hat sich seit Jahresbeginn nochmals abgeschwächt", sagte Unternehmenschef Jürgen Hambrecht am Donnerstag in Mannheim. Zwar gebe es in einzelnen Regionen und Branchen eine temporäre Verbesserung, aber eine Trendwende sei derzeit nicht in Sicht.

Im Auftaktquartal gingen Erlöse und Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum drastisch zurück. Bereits im Schlussquartal 2008 hatte ein überraschend starker Nachfrageeinbruch dem Unternehmen zu schaffen gemacht. Nach vielen Jahren war das DAX-Unternehmen in die roten Zahlen gerutscht.

Die Ludwigshafener hatten bereits auf den starken Nachfragerückgang mit Produktionsdrosselungen sowie Kurzarbeit von über 4.000 Mitarbeitern reagiert. "Ab dem 1. Juni kommen weltweit, vor allem in Ludwigshafen, voraussichtlich über 3.000 Mitarbeiter hinzu", teilte BASF mit. Nicht "wettbewerbsfähige" Anlagen und Standorte sollen restrukturiert, notfalls aber auch geschlossen werden.

Bis zum Jahresende sollen mindestens 2.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Mit seinen Programmen will das Unternehmen schrittweise bis 2012 jährlich mehr als eine Milliarde Euro einsparen. Die Investitionen sollen gekürzt werden.

Der erst jüngst übernommene Schweizer Spezialchemiekonzern Ciba soll umfassend restrukturiert werden. BASF orientiere sich dabei an Synergien in Höhe von zehn Prozent des Ciba-Umsatzes, hieß es. Ciba hatte 2008 umgerechnet knapp vier Milliarden Euro umgesetzt. Für 2009 erwartet der Branchenprimus trotz der Einbeziehung der Übernahmen von Ciba und Revus Energy einen Umsatzrückgang. Von einem noch deutlicheren Rückgang gehen die Ludwigshafener beim Betriebsergebnis aus. "Unser Ziel, die Kapitalkosten zu verdienen, wird damit immer schwieriger zu erreichen", fügte Hambrecht hinzu.

QUARTAL

Von Januar bis März sank das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen um 58,2 Prozent auf 985 Millionen Euro. Deutlich weniger verdiente BASF operativ mit Chemikalien und Veredelungsprodukten. In den Sparten Kunststoffe sowie Functional Solutions rutschte das Unternehmen wegen des Nachfrageeinbruchs unter anderem in der Automobil- und Bauindustrie in die roten Zahlen. Auch im Öl- und Gasgeschäft sank das EBIT wegen des schwächeren Ölpreises. Um ein Drittel konnte hingegen nur das Agrochemie-Geschäft zulegen.

Unter dem Strich wies BASF 375 Millionen Euro aus. Im Vorjahr waren es noch 1,170 Milliarden Euro. Der Umsatz fiel um 23,3 Prozent auf 12,219 Milliarden Euro. Bei den Ergebniskennziffern übertrafen die Ludwigshafener dennoch deutlich die Erwartungen der Analysten, während der Umsatz die Schätzungen verfehlte. BASF-Aktien legten vorbörslich um mehr als zwei Prozent zu. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare