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Bei Giesecke & Devrient  läuft der  Geldnotendruck weiter.

Geldnoten

Bares in der Krise gefragt

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Banknotendrucker Giesecke & Devrient profitiert von Aufträgen aus Osteuropa, Asien und Lateinamerika. Dort horten die Menschen Geld als Notreserve.

Bargeld wird derzeit unter anderem in Deutschland wegen möglicher Ansteckungsgefahren mit dem Coronavirus gemieden, wo es geht. „Das ist eine rein westeuropäische Debatte, das Ende des Bargelds sehe ich nicht eingeläutet“, stellt Ralf Wintergerst dennoch klar. Er ist Chef des Münchner Geldnotendrucker Giesecke & Devrient (G & D). Bargeld sei derzeit global keineswegs auf dem Rückzug, betont er. Vor allem in Ländern Osteuropas, Asiens und Lateinamerikas steige die Nachfrage danach aktuell sogar, weil Menschen es sich als Notreserve zur Seite legen. Bezahlt würde zugleich mehr auf elektronischem Weg. Der Geldnotendruck laufe bei G & D zudem ohne Bremsspuren weiter. Engpässe bei der Bargeldversorgung drohten nicht.

„Unsere Infrastruktur hält stand“, erklärte Wintergerst. Nur eine G & D-Fabrik in China sei zwei Monate lang geschlossen gewesen. Geld logistisch vom Drucker zur Zentralbank zu bringen, werde allerdings immer komplizierter. Noch klappe es aber. Zur Frage, ob Geldnoten das Coronavirus übertragen können, äußert sich der Manager vorsichtig. Verfügbare Studien würden kein einheitliches Bild zeichnen. Man habe aber auch in eigenen Labors getestet und könne „eher Entwarnung geben“.

Für das eigene, global gut 11 500 und hierzulande mehr als 4150 Beschäftigte zählende Personal gibt G & D deshalb Entwarnung. Kurzarbeit sei nicht in Sicht. In keinem Geschäftsbereich ist bislang die Nachfrage eingebrochen. Knapp die Hälfte des vorjährigen Rekordumsatzes von knapp 2,5 Milliarden Euro machen die Münchner mit dem Geldnotendruck. Die andere Hälfte entfällt auf überproportional wachsendes digitales Geschäft mit Chipkarten, elektronischem Bezahlen und Cybersicherheit. Damit ist das Familienunternehmen eine der wenigen von der Coronakrise so gut wie unberührten Firmen Deutschlands. Mit knapp 440 Millionen Euro Liquiditätspolster fühle man sich auch für alle Eventualitäten gut gerüstet, betonte Finanzchef Peter Zattler.

Eine Prognose für das laufende Jahr gibt es wegen der Pandemie gleichwohl nicht. G & D fühlt sich aber strategisch auf dem richtigen Weg mit dem Geldnotendruck auf der einen und Digitalgeschäften auf der anderen Seite. Letzteres könnte durch elektronisches Zentralbankgeld demnächst einen neuen Schub erfahren. G & D arbeitet hier an mehreren Projekten mit, wobei die chinesische Zentralbank ein Treiber sei. Es gehe darum, elektronisches Geld aus der Sphäre von Spekulationswährungen wie dem Bitcoin herauszubringen und sicher zu machen, erklärt Wintergerst.

G & D profitiere auch über die eigene Sicherheitstechnologie vom Trend zur digitalen Identität und speziell in Deutschland vom Wandel im Gesundheitswesen. So sorgen die Münchner dafür, dass Patientendaten sicher von Arztpraxen zu Krankenkassen transferiert werden.

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