Vergleich von Girokonten

Bankvergleich mit weniger Tücken

  • vonWolfgang Mulke
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Vergleichsportale sind meistens nicht wirklich neutral. Für Girokonten soll sich das ändern. Vorsicht ist aber dennoch geboten.

Das Girokonto muss nicht teuer sein. Keine Kontoführungsgebühren und halbwegs moderate 6,87 Prozent Zinsen für den Dispokredit verlangt zum Beispiel die Bank im Bistum Essen. Billiger geht es derzeit wahrscheinlich nicht. Das hat das Vergleichsportal Check24 ermittelt.

Das Unternehmen hat als erster Anbieter einen vom TÜV zertifizierten Girokontenvergleich ins Netz gestellt. Damit wird eine gesetzliche Vorgabe umgesetzt. Verbraucher sollen sich leicht und verständlich ein Bild von den unterschiedlichen Konditionen der Banken, Sparkassen und Volksbanken in Deutschland machen können.

In der Spitzengruppe mit geringen Kosten finden sich neben der Commerzbank und ihrer Direktbank auch viele kleinere Institute wie die Liga Bank Regensburg oder die Ostseesparkasse in Rostock. Gemessen am Dispozins liegt die Volksbank Mindener Land vorne. Allerdings schrecken die jährlichen Kontoführungsgebühren von 177 Euro potenzielle Neukunden wohl eher ab. Da erscheint ein Konto bei der Sydbank schon attraktiver. Der Dispo wird hier mit 3,5 Prozent verzinst, Kontoführung und Karten sind kostenlos. Dass die Sydbank nicht an der Spitze liegt, könnte an den fehlenden kostenlosen Bargeldautomaten liegen.

„Verbraucher erhalten bei uns einen Überblick über Entgelte unterschiedlichster Kontomodelle“, sagt der für die Sparte bei Check24 zuständige Chef Rainer Gerhard. Der Überblick sei umfassend und transparent. Verfügbar sind die Angebote von 550 Instituten. Damit bleiben bei gut 1300 Banken in Deutschland zwar viele Geldhäuser außen vor. Doch alle großen Filialbanken, die meisten Direktbanken, große genossenschaftliche Institute und Sparkassen werden vom Portal erfasst.

Aufgeführt werden neben den Grundgebühren für die Kontoführung der Dispozins, Kosten für Kreditkarten und für das Abheben von Bargeld. Auch die Zahl der Geldautomaten findet sich. Das Angebot ist kostenlos. Eine Registrierung ist nicht notwendig.

Mit dem Zahlungskontengesetz hat Deutschland eine EU-Richtlinie umgesetzt. Die EU erhofft sich vom leichten Vergleich der Konditionen für ein Girokonto mehr Wettbewerb zwischen den Banken. Denn damit ist es noch nicht weit her.

Die Verbraucher in Deutschland wechseln ihre Hausbank selten. Bei der letzten Erhebung durch den Marktwächter Finanzen der Verbraucherzentralen gaben gut 70 Prozent der Befragten an, dass sie mit ihrer Hausbank zufrieden sind. Nur zwei Prozent hatten in den zwölf Monaten zuvor die Hausbank gewechselt.

Das zertifizierte Vergleichsangebot von Check24 ist zur Neutralität verpflichtet. Daran verdient das Portal nichts. Allerdings wirbt das Unternehmen auf der Webseite für einen zweiten Vergleich der Girokonten, der Check24 Provisionen einbringen kann.

Klicken Verbraucher den Button an, landen sie bei einem umfassenderen Vergleich von Konditionen für das Girokonto. Auch eine Bewertung der Bank findet sich dort und der Bankwechsel kann sofort eingeleitet werden. Für jeden Neukunden erhält das Portal dann eine Provision der Bank. Ob die Auswahl der hier gelisteten Institute neutral ist, lässt sich nicht prüfen.

Stephanie Heise, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale NWR, sieht diese Verquickung kritisch. „Die zertifizierte Seite erweckt den Eindruck, als hätte Check24 insgesamt ein Gütesiegel erhalten“, befürchtet sie. Vielen Verbrauchern sei nicht klar, dass die offizielle Seite von Provisionen lebe.

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