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Auch das Giro Plus-Konto der Postbank kostet künftig Gebühren.

Kontoführung

Banken schaffen das kostenlose Konto ab

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Immer mehr Geldhäuser schaffen das kostenlose Konto ab und verlangen Kontoführungsgebühren. Was Kunden nun tun können.

Es ist keine gute Nachricht, die den mehr als fünf Millionen Inhabern von Girokonten der Postbank in diesen Tagen ins Haus flattert: Das Institut teilt ihnen mit, dass es ab dem 1. November vom Großteil seiner Kunden Kontoführungsgebühren verlangt. Künftig fallen 3,90 Euro im Monat für das sogenannte Postbank Giro Plus-Konto an. Nur wer ganz auf Bankgeschäfte in der Filiale verzichten will und alles online erledigt, zahlt demnächst 1,90 Euro monatlich.

Bislang ist das einfache Filialkonto bei der Postbank noch gebührenfrei, wenn der monatliche Geldeingang mindestens 1000 Euro beträgt. Kunden, deren Geldeingang darunter liegt, zahlen statt bisher 5,90 Euro im Monat dann 3,90 Euro. Für sie wird es also billiger.

Ausgenommen von der neuen Regelung sind lediglich junge Leute unter 23 Jahren – für sie ist die Kontoführung weiterhin kostenlos. Besserverdiener mit mindestens 3000 Euro monatlichem Geldeingang auf ihrem Konto können ab November ein gebührenfreies sogenanntes Komfort-Konto Giro Extra Plus bekommen, das noch besondere Serviceleistungen wie eine kostenlose Kreditkarte beinhaltet. Hierfür ist die Eintrittsbarriere sogar gesenkt worden: Dieses Konto ist derzeit nur ab einem monatlichen Geldeingang von 4 000 Euro gebührenfrei. Ansonsten fallen 9,90 Euro pro Monat dafür an. Bei den 9,90 für das Komfort-Konto bleibt es auch künftig, sofern der Mindestgeldeingang weniger als 3000 Euro beträgt.

Branchenweiter Trend: Die Postbank ist die bislang mit Abstand größte, nicht aber die erste Bank, die ihre Kontomodelle verändert und künftig höhere Gebühren für die Kontoführung verlangt. Auch einige Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken sind damit schon vorgeprescht.

Wichtigster Grund ist das außergewöhnlich niedrige Zinsumfeld, das dazu geführt hat, dass Geschäftsbanken Strafzinsen an die Europäische Zentralbank (EZB) zahlen müssen, wenn sie Geld bei ihr parken. Da die allermeisten Geldhäuser die Strafzinsen aber nicht an ihre Kunden weitergeben wollen, versuchen sie nun, diese Kosten an anderer Stelle wieder hereinzuholen – unter anderem durch die Einführung oder die Erhöhung der Kontogebühren.

„Für Postbank-Kunden gibt es nun drei Möglichkeiten“, sagt Dirk Eilinghoff, Bankenexperte beim unabhängigen Verbraucherportal Finanztip: „Sie können in den sauren Apfel beißen und die 3,90 Euro bezahlen, sie können auf das günstigere Online-Konto für 1,90 Euro umsteigen oder sie können die Bank wechseln.“ Noch immer gebe es zahlreiche Institute, die keine Gebühren für die Kontoführung und Karten nehmen. Zu diesen Anbietern zählen vor allem Direktbanken, also Banken ohne Filialen, bei denen alle Bankgeschäfte online oder per Telefon abgewickelt werden.

Versteckte Kosten: Vereinzelt gibt es aber auch noch Filialbanken, die weitgehend gebührenfreie Girokonten anbieten. Zu ihnen zählen die Sparda-Banken. „Doch die Sache hat einen Haken“, sagt Experte Eilinghoff. Denn hier wird eine Jahresgebühr für die EC-Karte fällig und die Bargeldversorgung ist etwas umständlicher. „Viele sogenannte kostenlose Konten sind eben nicht wirklich kostenlos“, sagt Eilinghoff. Postbank-Kunden sollten sich deshalb genau überlegen, ob ein Wechsel für sie sinnvoll sei, empfiehlt er. Unter Umständen könne ein Wechsel dazu führen, dass die Verbraucher am Ende sogar mehr für ihr Konto bezahlen. „Auch mit 3,90 pro Monat gehört die Postbank noch nicht zu den teuren Anbietern. Sie gleicht sich eher an das Preisniveau der anderen Banken für ein einfaches Filialkonto an.“

Geldautomaten-Gebühren: Ein Vorteil der Postbank ist, dass ihre Kunden an rund 9000 Geldautomaten in Deutschland gebührenfrei Geld abheben können – nämlich außer an den eigenen an denen der Deutschen Bank, der Commerzbank und der Hypovereinsbank. Sparkassen-Kunden haben es hier noch besser: Ihnen stehen bundesweit sogar rund 26 000 Geldautomaten kostenlos zur Verfügung. Kunden der Direktbanken ING Diba und DKB können sogar kostenlos an allen rund 50 000 Geldautomaten in Deutschland abheben: Beide Institute übernehmen nämlich die von der fremden Bank berechneten Automatengebühren.

Wer dagegen zu einem Kreditinstitut mit nur wenigen eigenen Geldautomaten wechselt, der muss womöglich öfter Geld an einem fremden Automaten abheben und zahlt dafür mitunter pro Transaktion fünf oder sogar zehn Euro Gebühr. „Eine einzelne Abhebung pro Monat kann da teurer werden als die Ersparnis bei der Kontogebühr“, sagt Eilinghoff. Groß sind die Unterschiede auch bei den Kosten für Abhebungen im Ausland: Manche Banken erstatten ihren Kunden auch hier die Gebühren.

Hohe Dispo-Zinsen: Teuer wird es für Postbank-Kunden dagegen, wenn sie häufig ihr Konto überziehen. Dann berechnet sie beim Basiskonto derzeit satte 10,55 Prozent Dispozinsen – und damit mehr als viele andere Banken. Wer sein Konto über den Dispo hinaus überzieht, muss beim Postbank-Basiskonto sogar 14,95 Prozent Zinsen zahlen. Dennoch: Als Gesamtpaket sei das Basiskonto der Postbank auch nach der Einführung der monatlichen Gebühr noch akzeptabel, sofern der Kunde beim Filialkonto bleiben und seine Bankgeschäfte nicht nur online tätigen wolle, sagt Eilinghoff.

Müheloser Wechsel: In jedem Fall gilt: Der Aufwand für den Kontowechsel wird immer geringer. „Wo der Kunde früher selbst seine Daueraufträge und Einzugsermächtigungen ändern musste, geht das heutzutage über den Datenabgleich von alter und neuer Bank“, sagt Eilinghoff. Ab September seien die Geldhäuser verpflichtet, den Kunden beim Kontowechsel behilflich zu sein. „Deshalb sollte sich heute niemand mehr vor einem Wechsel der Bank scheuen.“ Einige Kreditinstitute zahlen Neukunden auch eine Prämie von 50 oder 100 Euro. Das dürfte so manchem Kunden die Entscheidung für einen Wechsel zu einer anderen Bank versüßen.

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