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Glänzende Aussichten: Schon von Oktober an will die BNP Paribas 5,1 Milliarden Euro an den französischen Staat zurückzahlen.
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Glänzende Aussichten: Schon von Oktober an will die BNP Paribas 5,1 Milliarden Euro an den französischen Staat zurückzahlen.

Rückzahlungen der Hilfen

Die Banken lösen sich vom Staat

Die französische BNP Paribas macht es vor: Sie zieht eine Kapiatlerhöhung durch und zahlt die Rettungsmilliarden zurück. Von Stefan Brändle und Bernd Salzmann

Von Stefan Brändle und Bernd Salzmann

Paris. Schon von Oktober an will die BNP Paribas 5,1 Milliarden Euro an den französischen Staat zurückzahlen. So viel öffentliches Geld hatte die wichtigste Bank Frankreichs in der Krise erhalten. Insgesamt half die Regierung in Paris den französischen Kreditinstituten mit 20 Milliarden aus der Patsche. Die BNP zahlt nun als erste Bank zurück - und legt 226 Millionen Euro Zinsen für die siebenmonatige Leihe obendrauf.

Um diese Rückzahlung stemmen zu können, nimmt die BNP eine Kapitalerhöhung im Umfang von 4,3 Milliarden Euro vor. Wer zehn Aktien hält, soll eine weitere für 40 Euro erwerben können. Obwohl dies einen Abschlag von knapp 30 Prozent gegenüber dem Marktpreis bedeutet, macht Bankvorsteher Baudouin Prot mit der Kapitalerhöhung klar, dass er wieder in die Aufnahmefähigkeit des Aktienmarktes vertraut. Prot, zugleich Chef des französischen Bankenverbandes, hatte bei einer Parlamentsanhörung unlängst erklärt, der Kreditengpass sei überwunden und der Rückgriff auf die vom Staat geschaffene Kreditgeberin Sfef nicht mehr nötig.

Analysten rechnen damit, dass in Paris bald weitere Banken dem Vorbild der BNP folgen werden. In den USA ist es bereits zu Rückzahlungen gekommen; in Europa haben Großbanken wie Unicredit und Intesa Sanpaolo in Italien, die britische Lloyds, Royal Bank of Scotland oder die Schweizer UBS unlängst ähnliche Pläne in Aussicht gestellt, während sich die Commerzbank mit der Rückerstattung bis 2012 Zeit lassen will.

Dass die BNP nun gleich zur Tat schreitet, hat seinen Grund in der guten Finanzlage: Im ersten Halbjahr hat sie einen Reingewinn von 3,2 Milliarden Euro eingefahren und Rückstellungen über 4,2 Milliarden Euro gebildet.

Die von der BNP forcierten Rückzahlungspläne sind ein Indiz dafür, dass die französischen Banken sich in der Finanzkrise "tendenziell besser als die Konkurrenz geschlagen" haben, wie die Stuttgarter Landesbank LBBW in einer aktuellen Studie feststellt. "Neben einem starken Investmentbanking trug auch ein relativ stabiles Privatkundengeschäft dazu bei", heißt es in der Analyse.

BNP Paribas "Gewinner der Krise"

Als "Gewinner der Krise" in Frankreich heben die Fachleute der LBBW die BNP hervor, "die nur gering von der Finanzkrise betroffen war und ihre führende Position durch die Akquisition einiger Teile von Fortis weiter ausbauen konnte". Der Société Générale hingegen sei es "nicht so gut ergangen". Auch die genossenschaftliche Crédit Agricole stehe "eher auf der Verliererseite", heißt es in der Studie der Landesbank weiter.

Die Rückstellungen der BNP in Höhe von 4,2 Milliarden Euro sorgen in Paris allerdings trotz der positiven Gesamtbilanz für eine harsche Polemik. Darunter ist allein eine Milliarde für Managerboni. Prot musste sich gegen den Vorwurf verteidigen, er finanziere mit Staatsmitteln Zuschüsse für seine Börsenhändler. Sie hatten 2008 auf ihre Boni verzichtet, machen jetzt aber wieder ertragreiche Geschäfte. Mit der Rückerstattung der Staatsgelder will die BNP offenbar wieder frei über die Bonus-Höhe entscheiden.

Sichtlich bemüht, ihr Image in der Öffentlichkeit aufzupolieren, gab die BNP außerdem bekannt, dass sie ihre Tätigkeit in Steueroasen einstellen werde. Betroffen sind laut BNP-Vize Jean Clamon sechs Tochtergesellschaften in Panama, Costa Rica und Uruguay, die zuletzt auf der schwarzen Liste der OECD standen.

Die Zeitschrift Alternatives économiques hatte allerdings für die BNP früher schon 189 Tochterunternehmen in elf Steuerparadiesen eruiert, 21 allein in den Cayman Islands. Die Nichtregierungsorganisation Transparency International würdigt den Entscheid der BNP trotzdem als positiven Schritt, der andere Großbanken zur Nachahmung anhalten könnte.

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