+
Geld: Bei einer Überweisung ins Ausland können hohe Kosten anfallen. Mit einem Anbieter-Vergleich spart man Gebühren (Symbolbild).

Auslandsüberweisungen

Geld: Bank-Überweisung ins Ausland - Ein Anbieter-Vergleich spart Kosten

  • schließen

Wer über seine Bank Geld ins Ausland überweisen möchte, hat oft hohe Kosten. Wenn man Anbieter vergleicht, kann man jedoch bares Geld sparen. 

  • Eine Bank verlangt bei einer Überweisung ins Ausland oftmals Gebühren.
  • Doch man kann Geld sparen.
  • Dazu lohnt sich ein Anbieter-Vergleich, um Kosten zu sparen.

Geld ins Ausland zu überweisen ist teuer. Dabei wird das für einige Verbraucher zurzeit wichtiger als sonst: Wenn die Familie im Ausland, zu der man gerade nicht reisen kann, finanzielle Unterstützung benötigt oder noch ausstehende Rechnungen nach einem abrupten Aufbrechen aus dem Urlaubsland beglichen werden müssen.

Doch auch wenn der Zahlungsverkehr frei ist, leicht zu durchschauen ist er nicht. Für ausländische Transaktionen fallen Gebühren der verschiedensten Art an – neben Überweisungsgebühren oder sogenannten Swift-Gebühren zahlen die Kunden meist auch einen Aufschlag auf die offiziellen Wechselkurse. Welche Posten im Einzelnen erhoben werden und in welcher Höhe, unterscheidet sich von Bank zu Bank. Seit ein paar Jahren drängen auch immer mehr Fintechs auf den Markt, die mit günstigeren Überweisungen werben, aber auch hier sind die Gebühren nicht einheitlich.

Geld: Bank-Überweisung ins Ausland - mehr Transparenz bei den Kosten

Eine neue EU-Richtlinie, die zum 19. April in Kraft getreten ist, soll zwar zumindest mehr Transparenz bei den Gebühren schaffen. So müssen von nun an bei Online-Überweisungen in Fremdwährungen die Kosten wenigstens vorab aufgeführt werden. Die Regelung bezieht sich aber zum einen nicht auf Überweisungen, die in einer Filiale durchgeführt werden, und betrifft zum anderen nur Transfers innerhalb der Europäischen Union. Überweisungen ins außereuropäische Ausland münden oftmals weiterhin im Gebührendschungel.

Für eine Überweisung von 1000 Euro in die Vereinigten Staaten verlangt beispielsweise die Sparda-Bank laut der Vergleichswebsite Geldtransfer.org stattliche 30 Euro, die Postbank 11,50 Euro, der auf Auslandsüberweisungen spezialisierte Anbieter Transferwise 5,14 Euro und Currencyfair, ein weiterer solcher Anbieter, 3,70 Euro. Solch große Unterschiede sind nicht selten.

„Es muss nicht in jedem Einzelfall so sein, dass die Hausbank teurer ist als andere Anbieter“, sagt Josefine Lietzau vom Verbraucherratgeber Finanztip. „Allerdings haben sich Anbieter wie Transferwise oder Currencyfair auf das Überweisen und Versenden von Geld in unterschiedlichen Währungen spezialisiert und Wege entwickelt, um tatsächlich gegen die Banken konkurrieren zu können.“

Geld: Bank-Überweisung ins Ausland - Bei Transferwise Kosten sparen

So tätigt Transferwise in Wahrheit zum Beispiel keine Überweisung über Ländergrenzen hinweg. „Wir haben in allen Ländern Konten mit lokalen Währungen“, erklärt Thomas Adamski, Sprecher von Transferwise. „Wenn ein Kunde beispielsweise Geld von Berlin nach London überweisen will, tut er das von seinem deutschen Konto auf unser Transferwisekonto in Deutschland. Gleichzeitig überweisen wir von unserem Konto in Großbritannien aus den gewünschten Betrag an den Empfänger in London“, so Adamski. Auf diese Weise könnten Kosten bei Banken gespart werden.

Darüber hinaus sind bei allen Anbietern die Kosten auch von den Wechselkursen abhängig oder davon, ob sie die gewünschte Währung vorrätig haben. Nicht alle Anbieter tauschen auch in jede erdenkliche Währung. Wird das Zielland und damit die Währung exotischer, wird auch die Anbieterauswahl kleiner und damit die Möglichkeit schlechter, Kosten zu sparen.

Geld und Banken: Überweisungsdauer und Kosten unterscheiden sich

Weitere Unterschiede kann es bei der Überweisungsdauer- oder -Art geben. Benötigt man eine Sofortüberweisung, verlangen Anbieter in der Regel einen Aufschlag, ansonsten schwankt die Zeitangabe meist von einem bis zu vier Tagen. Die Postbank oder die Deutsche Bank geben die Dauer lediglich mit „baldmöglichst“ an. Bei der Postbank ist eine Überweisung per Telefonbanking zudem teurer als per Internetbanking.

„Für Verbraucher kann es sich sicherlich lohnen, die Gebühren ihrer Hausbank mit ein, zwei anderen Anbietern zu vergleichen“, sagt Expertin Lietzau. Gerade bei den meist jüngeren digitalen Gelddienstleistern (Fintechs) funktioniere das zumeist unkompliziert über Rechner auf den jeweiligen Webseiten. In einigen Fällen kann es aber auch sein, dass man sich erst registrieren muss. „Dann wird solch ein Vergleich natürlich ungleich aufwendiger“, so Lietzau.

Einen unabhängigen Vergleichsrechner bietet aber neben Geldtransfer.org beispielsweise auch die Website Geldtransfair.de des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Länderauswahl ist beim Entwicklungsministerium allerdings begrenzt, da sich die Seite speziell an Migranten, die Geld in ihr Heimatland senden wollen, richtet. Afghanistan und Pakistan sind dabei, Großbritannien und die Vereinigten Staaten nicht.

Geld: Bank-Überweisung ins Ausland - Paypal verdient an den Kosten

Die Wahl des Anbieters können Verbraucher aber auch danach eingrenzen, ob der Empfänger das Geld in bar braucht oder eine Überweisung auf ein Konto ausreicht. Eine Barauszahlung bieten zum Beispiel Western Union oder Azimo. Bei den meisten anderen Anbietern ist eine Kontoüberweisung Standard.

Noch relativ frisch im Geschäft mit internationalen Geldtransfers ist der populäre US-Zahlungsdienstleister Paypal. Über seine Tochter Xoom bietet er seit einem halben Jahr auch Kunden in Deutschland Überweisungen ins Ausland an. Die Kosten dafür liegen überwiegend im Bereich von 1,49 bis 4,99 Euro - je nach Land. Hinzu kommt, dass Paypal auch an Kursdifferenzen bei den Wechselkursen verdient.

Ähnlich wie die Banken setzt Paypal darauf, dass es für seine ohnehin schon registrierten Nutzer am bequemsten ist, auch für Auslandsüberweisungen einfach den gewohnten Dienstleister zu nutzen, statt den Aufwand mit einem anderen Anbieter auf sich zu nehmen.

Wer sich einen Spaß erlaubt, dem kann eine böse Überraschung drohen. Weshalb man bei Bank-Überweisungen von Geld darauf verzichten sollte. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare